02.06.2016, 13:26 Uhr

Ur europäisch: Über Fußball, Frankreich und das "Recht zu verlieren"

Europa-Expertin Katharina Moser macht sich für die bz - Wiener Bezirkszeitung regelmäßig auf die Spuren europäischer Länder in Wien. (Foto: Andreas Edler)
Der Franzose François Lang entwickelt in Wien Spiele voll französischem Humor. bz-Leser können drei Exemplare des Europa-Spiels "Komm zu mir" gewinnen.

„Fußball“ und „Frankreich“. Die beiden Begriffe werden bald schon Google-Rekorde auslösen. Wer beim EM-Schauen Lust auf Frankreich bekommt, der findet französische Spuren auch in Wien. Eine, die Google nicht liefert, präsentiere ich diesmal persönlich: meinen Lieblingsfranzosen in Wien. Und nein, das ist kein Restauranttipp.

François Lang heißt er und ist seit 2014 einer von circa 7.400 Franzosen in Wien. Und er hat sich wohl die passendste Adresse unter ihnen gesucht: die Bellevuestraße im 19. Bezirk. Dort genießt der Kreativkopf tatsächlich die „schöne Aussicht“ über die Weinberge.Ruhe und Inspiration sind in seiner Branche auch nötig. Seit 2009 entwickelt er unter dem vielsagenden Verlagsnamen „Le droit de perdre“ („Das Recht zu verlieren“) Kommunikationsspiele mit Augenzwinkern. Sie stehen für „den Mittelweg zwischen Chaos und Ordnung“, den Wien für ihn darstellt.

Was er damit meint, erklärt er anhand der mehr als ein Dutzend Spiele, die er entwickelt hat: Das Französische seiner Heimat spiegle sich im Humor. Die Ordnung, die er aus Deutschland kennt, in den Spielregeln. Aber eben in der österreichischen Version – es gibt Regeln, aber ums Gewinnen geht es eigentlich nicht. Im Vordergrund stehen der Spaß und die Kommunikation. Wie in „Questions de merde“, bei dem man eine „Scheißfrage“ nach der anderen stellen darf (dt. erhältlich als „Zündstoff“). Oder in dem Europa-Spiel „Komm zu mir!“, bei dem man zum Beispiel lernt, dass Paris auf sechs Millionen Skeletten erbaut ist.

Dass Wien einmal sein Schaffens­ort würde, ahnte François bei der Ankunft als Erasmus-Student nicht. Damals wusste er nur, dass es ein Riesenrad gibt. Und die Konturen des Landes kannte er – von einem Radiergummi in Österreich-Form. Inzwischen hat er an Wien sein „zweites Herz“ verloren. Die Stadt ist „wie eine prunkvolle Dame, die ihre wahre Schönheit aber erst zeigt, wenn sie ihre aristokratisch-barocke-1.-Bezirks-Kruste abwirft und man sie ungeschminkt sieht“.

Bald bringt er sein neues Spiel auf den Markt: das Partyspiel „Klappe!“. Durchaus passend zur Fußball-EM. Schließlich gibt es bei François’ Spielen das „Recht zu verlieren“. Und das könnte uns in naher Zukunft durchaus gelegen kommen.



Zu gewinnen:

Das Kartenspiel „Komm zu mir“ von François Lang können bz-Leser jetzt gewinnen. Auf lustige und geistreiche Weise erfahren Spieler Fakten aus den 28 EU-Ländern. Wir verlosen drei Exemplare.

Die Aktion ist bereits beendet!

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