Firmen und Touristen stürmen unser Land

Petra Bohuslav blickt im Gespräch mit Oswald Hicker in die Zukunft: Krise nicht in Sicht. (Foto: Mayer)

Landesrätin Petra Bohuslav über kleine Wirtschaftswunder und warum sie nicht an die Krise glaubt.

Frau Bohuslav, die Wirtschaftsprognosen für 2012 waren nicht rosig. Nun ist ein halbes Jahr um und von einer Krise ist wenig zu sehen...

Petra Bohuslav: „Die Prognose von 1,1 Prozent Wirtschaftswachstum für Niederösterreich hält. Das liegt zwar hinter den 3,3 Prozent vom Vorjahr, aber über dem Österreich-Schnitt von 0,8 Prozent. Uns geht es besser als vielen Ländern.“

Gibt es Anzeichen auf eine bevorstehende Krise?

„Eine Messlatte für mich ist immer mein Terminkalender. Da gibt es derzeit Spatenstiche, Betriebseröffnungen am laufenden Band. Zuletzt haben wir in Wiener Neustadt 200 neue Arbeitsplätze bei der Firma Zizala gefeiert, Kahles-Swarovski hat seine optische Produktion nach 114 Jahren von Wien nach Guntramsdorf verlegt. In Wolkersdorf ist die Kabelfirma Niedax zugezogen, in Kottingbrunn der Alu-Recycler Skapa. Das sind nur einige Beispiele. Das zeigt vom Gefühl her: Es geht weiter aufwärts und unser Wirtschaftsplan wird angenommen.“

Was lockt die Unternehmer nach Niederösterreich?

„Einerseits natürlich niedrige Grundstückspreise. Andererseits die gute Infrastruktur, hochqualifizierte Arbeitskräfte und die Lebensqualität. Zusätzlich wird auch der „One Stop Shop“ der ecoplus geschätzt. Unternehmer haben hier einen Ansprechpartner von der Grundstückssuche bis hin zur Förderabwicklung.“

Diese Beispiele betreffen eher größere Unternehmen. Wie geht es den klein- und Mittelbetrieben?

„Wir wollen den KMUs den Schritt in Exportmärkte erleichtern. Dabei helfen NÖ-Büros in Tschechien, Polen, Slowakei, Ungarn und Rumänien. In diese Länder gehen bereits 22 Prozent unserer Exporte. Der nächste Schwerpunkt ist die Türkei. Die Energiewirtschaft und Umwelttechnologien sind dort gefragt.“

Unsere Wirtschaft drängt ins Ausland, dafür drängen Touristen nach Niederösterreich.

„2011 war mit 6,7 Millionen Übernachtungen Rekordjahr. Von Jänner bis Mai 2012 haben wir sogar 65.000 Nächtigungen mehr als 2011. Wie es ausschaut könnten wir den Rekord brechen. Zugpferd ist der Wirtschaftstourismus, er macht ein Drittel aller Nächtigungen aus.“

Zuletzt hat aber eine große Pleite für Aufsehen gesorgt.

„Ja, die Insolvenz der Bergbahnen am Hochkar. Das Land hat hier aber den Sommerbetrieb gesichert. Zusätzlich haben wir mit der Schröcksnadel-Gruppe ein Angebot gestellt, das sowohl den Betrieb als auch den Ausbau sicherstellt. Die Entscheidung fällt am 14. August.“
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