29.09.2016, 14:08 Uhr

Acht Bergsteiger – davon vier Kinder – gerettet

(Foto: Bergrettung Reichenau)

Einsatz wegen zweier tschechischen Familien am Gaislochsteig.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Eine 8-köpfige Gruppe aus der Tschechischen Republik, bestehend aus 2 Familien, plante am 28. September über den Gaislochsteig (Klettersteig B) auf das Raxplateau aufzusteigen.

Die Ausrüstung passte

Alle Gruppenmitglieder waren mit normgerechter Klettersteigausrüstung, Steinschlaghelm und festem Bergschuhwerk ausgerüstet. Witterungsentsprechende Bergsportkleidung wurde mitgeführt. Für die vier Kinder in der Gruppe im Alter von 7 bis 10 Jahren wurden passende Kinderklettergurte sowie Kinderklettersteigsets verwendet. Zusätzlich wurde ein 30 m langes Einfachseil, Karabiner und Bandschlingen zur Sicherung mitgeführt.

Endstation im Preintalersteig


Die Gruppe startete am 28. September, gegen 9 Uhr, beim Parkplatz nächst der Lawinenverbauung am Höllentaleingang, gelangte über den Gaislochsteig auf das Raxplateau und in weiterer Folge zum Ottoschutzhaus, wo sie eine Pause machte.

Gegen 16.30 Uhr brach die Gruppe zum Abstieg über den Wachthüttelkamm auf. Einer zuvor gelesenen Tourenbeschreibung entnahmen sie, dass der Weg über den Wachthüttelkamm Rot markiert sei und etwa 1,5 Stunden in Anspruch nehme. Die rote Markierung führt jedoch über den Preintalersteig, welcher eine Kletterroute im SG 1+ nach UIAA ist. Aufgrund der Angabe in der Tourenbeschreibung verstieg sich die Gruppe in den Preintalersteig und musste wegen der Kletterschwierigkeiten teilweise mit dem Seil sichern, was zeitlich einen erheblichen Mehraufwand darstellte.

Kamin war unüberwindbares Hindernis


Nach Einbruch der Dunkelheit standen sie etwa 70 m über dem Wandfuß vor einem steilen Kamin, welcher für die Gruppe nicht überwindbar war. Von den Elternteilen wurde ein Seilgeländer aufgebaut, wo sich die gesamte Gruppe vor dem Absturz sichern konnte. Gleichzeitig wurde von den Bergsteigern die Polizei per Euronotruf alarmiert.

Hubschrauber auf Suche


Da die Positionsangabe der Gruppe ungenau war, wurde der Polizeihubschrauber der Flugeinsatzstelle Wien angefordert, um die Betroffenen zu lokalisieren. Die Hubschrauberbesatzung konnte die Gruppe nach kurzer Suche auffinden und der Rettungsmannschaft Informationen über die Position und die dortige Geländebeschaffenheit geben. Aufgrund dessen stieg ein 12-köpfiges Rettungsteam bestehend aus Alpinpolizisten und Bergrettern zu der Gruppe auf.

Die Gruppe wurde über vom Rettungsteam aufgebaute Fixseile über den steilen Kamin unverletzt zum Wandfuß und in weiterer Folge ins Tal geborgen.
Die Gruppe konnte nach Abschluss der Bergung selbstständig zu ihrer Unterkunft fahren.

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