10.05.2016, 14:10 Uhr

Gloggnitz brachte Flüchtlingen Benimm-Regeln näher

Ein Teil der Gloggnitzer Flüchtlinge. Zum Schutz ihrer Identität wurden die Gesichter unkenntlich gemacht.

Was darf man und was gehört sich nicht? Im Stadtsaal gab's einen Crashkurs in Sachen Österreich-Knigge.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Soweit der Stadtgemeinde Gloggnitz bekannt ist, leben 74 Flüchtlinge in kleinen Gruppen verteilt im gesamten Gemeindegebiet. Die kulturellen können zu Missverständnissen und echten Ärgernissen führen. Also organisierte die Stadt gemeinsam mit Daniel Ali, Berater vom Flüchtlingsdienst der Diakonie einen Informationsabend.

Einladung in vier Sprachen

"40 Einladungen in vier Sprachen wurden verschickt", erzählt Josef Ehrenböck, der den Flüchtlingen Englischkenntnisse vermittelt. Immerhin 30 erwachsene Flüchtlinge fanden den Weg zur Veranstaltung am 9. Mai.

Minirock heißt nicht, sie will

Großer Wert wurde dabei darauf gelegt, den Gästen einen "Österreich Knigge" mitzugeben. Bürgermeisterin Irene Gölles: "Wir haben erklärt, dass bei uns eine andere Bekleidungskultur vorherrscht. Trägt eine Frau z.B. einen Minirock bedeutet das nicht automatisch, dass sie Lust hat." Generell wurde ein Schwerpunkt auf die Rechte der Frau sowie auf das Verhalten im Freibad, die korrekte Mülltrennung und das Benehmen im Straßenverkehr gelegt. Die Themen wurden mittels Dolmetsch weitergegeben, was natürlich viel Zeit kostete.

Zeit ist relativ

Apropos Zeit: wie genau es im arabisch-orientalischen Raum mit der Pünktlichkeit genommen wird, wurde auch angesprochen. Gölles: "Da haben wir ein völlig anderes Verständnis." Ein Leben nach der Uhr – das ist für viele neu und wirkt sich auch auf einen geregelten Schulbetrieb aus.

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