14.06.2016, 00:00 Uhr

Halbwahrheiten und echte Neuigkeiten aus dem Asylheim

Eigentlich harmlos: die minderjährigen Jugendlichen im Heim. Dennoch werden sie mit Skepsis wahrgenommen.

Die Bezirksblätter räumen mit Gerüchten auf und berichtet über die wenigen Polizeieinsätze im Asylheim.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Personen, die gut informiert sein wollen, berichten von reichlich Polizeieinsätzen im Heim für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge beim Umspannwerk Ternitz und von Kündigungen von Betreuern.

„Polizei zeigt Präsenz"

Das stimmt allerdings nur zum Teil. Wie seitens SPÖ-Bürgermeister Rupert Dworak und der Polizei betont wird, gab und gibt es nur wenige Berührungspunkte mit der Exekutive. In einem Fall kam es zu einer Rempelei unter zwei Jugendlichen vor dem Heim. "Die Betreuer sind mit dem Burschen dann zur Polizei gefahren, um zu zeigen, dass wir so etwas hier nicht dulden", skizziert Claudia Frank vom Arbeitersamariterbund im Bezirksblätter-Gespräch und fügt hinzu: "Auch so zeigt sich die Polizei immer wieder. Das ist so vereinbart."

Klärendes Gespräch mit Polizei

Ein weiterer Vorfall ereignete sich kurz nach der Eröffnung der Unterkunft. Da wollte ein Gast aus dem Lager Traiskirchen im Ternitzer Heim übernachten. "Doch das verstößt gegen die Hausordnung. Er weigerte sich das Heim zu verlassen, da haben wir die Polizei geholt", so Frank. Die Ordnungshüter führten ein klärendes Gespräch mit dem Mann und das Thema war vom Tisch.

Vier Mitarbeiter weg

Die vier Kündigungen von Heim-Mitarbeitern im selben Monat werden sowohl von Bürgermeister als auch vom Samariterbund bestätigt. Claudia Frank: "Das hat aber nichts mit den Burschen zu tun. Eine Mitarbeiterin weinte bittere Tränen. Die Verträge sind für 30 Stunden. Die zweifache Mutter benötigte aber einen 40-Stunden-Job." Ein weiterer Mitarbeiter aus Krems fand eine Arbeit nahe seines Wohnortes und auch ein Wiener Betreuer wollte nicht mehr pendeln.

Willkommensfest geplant

Obwohl es bisher keinen Grund zur Furcht gab, meiden einige Joggerinnen inzwischen das Gebiet rund ums Flüchtlingsheim. Bürgermeister Dworak hält dagegen, dass sich die Jugendlichen in den Sportvereinen der Stadt wie beim Fußballverein oder beim Boxclub hervorragend integrieren. Ein Willkommensfest im Sommer soll Bürger und Flüchtlinge zusammenbringen.

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