19.07.2016, 00:00 Uhr

Nach einem Jahr im fremden Land

Ayman Mohammed Kajal – hier beim Mittelalterfest in Gloggnitz – kocht in der Heufelder Stube.

Lern- und arbeitswillig zeigen sich die Flüchtlinge. Einer arbeitet inzwischen als Koch in einem Restaurant.

BEZIRK NEUNKIRCHEN (ts). Vor einem Jahr begann der Höhepunkt der Flüchtlingswelle. Aktuell haben wir im Bezirk 958 Asylwerber. Die Bezirksblätter haben sich im Bezirk Neunkirchen umgesehen, wie die Lage in den Gemeinden ist und wie die Fortschritte bei der Integration sind.
In der Bezirkshauptstadt leben derzeit (Stand 12. Juli – Anm. d. Red.) laut Bürgermeister Herbert Osterbauer rund 200 Asylwerber. "Probleme sind mir nicht bekannt. Es gab nur Aufregung als das Rote Kreuz für das Jugend-Rot-Kreuz-Lager Zelte aufbaute. Da hieß es sofort: Das ist für 400 weitere Flüchtlinge", schmunzelt der Stadtchef. Deutschkurse werden über die Freiwilligen von "Neunkirchen hilft" angeboten. Und bei Sportvereinen mischen inzwischen vor allem die jugendlichen Asylwerber mit.

Lager beim Sportplatz

Die Initiative "Gloggnitz hilft" läuft seit Februar unter Federführung von Horst Reingruber. Der Gloggnitzer hat ein Lager mit gebrauchter Kleidung, Spielzeug und Haushaltsgeräten beim Sportplatz etabliert. "Im Schnitt holt sich jede Person zehn Stücke", so Reingruber. Sogar aus Kirchberg kommen Asylwerber um sich einzukleiden. Die Bevölkerungsstimmung hinsichtlich Flüchtlingen? "Der Großteil ist positiv eingestellt, wenngleich jeder sagt, jetzt muss es reichen, denn mehr haben nicht mehr Platz. Und von den Flüchtlingen ist bisher auch niemand unangenehm aufgefallen", so Reingruber.
Und wie sehen die Asylwerber selbst ihren Status bei den Österreichern? "Ich bin seit einem Jahr hier. Die Leute sind alle sehr nett zu mir. Ein Problem ist, dass wir Arbeit suchen, aber es gibt sehr wenig Arbeit. Und ein zweites Problem sind die Kautionskosten für Wohnungen", schildert der Syrer Ayman Mohammed Kajal. Er ist gelernter Koch, hat inzwischen einen aufrechten Asylstatus, und einen Job. Für Kajal steht fest, dass jedem, der die Sprache erlernt, keine Probleme hat: "Zu allererst muss man die deutsche Sprache lernen. Wenn man fleißig lernt, ist das nicht schwer."
Auch Hassan Dia Den (33) hat einen positiven Asylbescheid bekommen. Der gelernte Tischler: "Alle sind nett zu uns, vor allem Horst." Nach Syrien zurück will er nicht mehr. "Ich habe ein neues Leben in Österreich begonnen", so der 33-Jährige.
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