19.05.2016, 14:36 Uhr

Die Reise des Aals und Tipps zum Fang

Der Aal legt während der Laichzeit eine weite Strecke hinter sich
Der Aal ist ein bekannter Speisefisch, wer kennt den berühmten Räucheraal schließlich nicht. Genau so ist der Aal aber auch ein beliebter Zielfisch bei leidenschaftlichen Anglern. Er kommt in vielen Binnengewässern, aber auch in der Nord- und Ostsee vor. Aber wer weiß, dass der Aal in seinem Leben mehrere tausend Kilometer zurücklegt?


Mysterium des Aals: Die Sargassosee

Der Aal ist ein katadrom lebender Fisch, das heißt, dass er zum Laichen von den Flüssen hinab ins Meer wandert. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass alle europäischen Aale weit entfernt in der Sargossasee schlüpfen. Die Sargossasee ist ein großes Meeresgebiet und liegt östlich von Florida sowie südlich der Bermuda-Inseln im Atlantik. Bisher konnten Wissenschaftler und Forscher noch keine Aale bei der Paarung beobachten. Das liegt daran, dass sich die Aale in einer Wassertiefe von bis zu 3000 Metern paaren.


Aale als Weidenblattlarven

Die geschlüpften Aal-Larven werden als Weidenblattlarven bezeichnet, weil sie optisch an die Blätter einer Weide erinnern. Dieses Stadium dauert circa drei Jahre. In dieser Zeit trägt die Wasserströmung des Golfstroms die Larven bis in den nördlichen Atlantik. Dort angekommen sind die Aale etwa 7 Zentimeter groß und werden jetzt als Glasaale bezeichnet. Sie haben schon die typische Körperform eines Aals, sind aber noch sehr durchsichtig. Wenn sie dann die europäischen Küstengewässer erreicht haben, steigen sie die Flüsse zu den Binnengewässern hinauf. In diesem Stadium werden sie als Steig- oder Gelbaale bezeichnet, weil sie zu dieser Zeit eine gelbe Bauchfärbung aufweisen.


Rückweg in die Sargassosee

Männliche Aale werden mit 6 bis 9 Jahren geschlechtsreif, weibliche erst mit 12 bis 15 Jahren. Sobald sich die Aale zum Laichen zurück auf den Weg in die Sargassosee machen, verändern sich ihre Körper erneut. Ihre Farbe wechselt von einem Grün-Braun zu einem Silbrig-grau, weswegen sie nun auch als Blankaale bezeichnet werden. Außerdem entwickeln sich die Geschlechtsorgane und drängen nach und nach die Verdauungsorgane zurück. Auf der Reise in die Sargassosee legen die Fische dabei bis zu 5000 Kilometer zurück. Die Energie dafür entnehmen sie ihren Fettspeichern, daher können Aale einen Körperfettanteil von bis zu 30 Prozent haben. Wissenschaftler schätzen, dass die Reise der Aale ein ganzes Jahr dauert. Am Ende der Reise paaren sich die Aale und sterben nach dem Ablaichen.

Für die Angler noch ein Tipp

Aale sind scheue Fische, die sich tagsüber verstecken und hauptsächlich nachts auf Nahrungssuche gehen. Für das Angeln auf Aal eignen sich Grundruten zwischen 3,20 und 3,60 Metern mit einer Stationärrolle. Für die Schnur reicht eine 0,30 bis 0,35 Millimeter dicke, monofile Schnur. Das Vorfach reicht mit ca. 0,20 Metern aus und die Hakengröße liegt zwischen 4 und 6. Einzelne Gegenstände oder eine komplette Ausrüstung zum Aalangeln gibt es bei professionellen Angelshops. Als Köder eignen sich am besten Tauwürmer oder Fischstücke von Köderfischen. Die Fangzeit des Aals liegt zwischen Mai und September, am Besten lohnt sich ein Angeltrip in schwülwarmen Sommernächten oder nach einem Gewitter mit Regenschauern.

Kurz und Kompakt

Aale legen in ihrem Leben viele tausend Kilometer zurück. In der Sargassosee schlüpfen sie als kleine Weidenblattlarven und machen die erste große Reise bis an die europäische Küste. Anschließend steigen sie von der Küste bis in die Flüsse auf und verbringen dort bis zu ihrer Geschlechtsreife mehrere Jahre. Die zweite große Reise des Aals führt die Tiere wieder zurück in die Sargassosee, wo sie sich paaren und ablaichen, ehe sie sterben.
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