11.05.2016, 08:28 Uhr

Der Surf Worldcup sagte ganz laut Servus!

Die Party brach alle Rekorde - das sagte zumindest Gerhard Polak. Wer vor Ort war, meinte auch, dass sehr viel los gewesen sei. (Foto: Helmut Harringer - speedlight.at)

Nach 17 Jahren war heuer der letzte Surf Worldcup in Podersdorf. Traurig ist man aber auf beiden Seite nicht.

PODERSDORF AM SEE. 102.000 Besucher waren beim großen Finale dabei - diese Zahlen kolportiert der Veranstalter des Surf Worldcups in Podersdorf am See für die vergangenen zehn Tage Summer Opening.

20.000 Besucher

"Das ist eine reine Phantasiezahl", meint dagegen der Podersdorfer Tourismus-Geschäftsführer Hannes Anton. "Laut Zahlen unseres Kassensystems - und das erfasst nunmal alle Besucher - kommen wir auf knapp 20.000 Leute. Selbst wenn man annimmt, dass dann alle noch zum Partymachen ins Zelt gegangen sind, kommen wir auf bestenfalls 40.000 Menschen."

Keine Phantasiezahl

Über diese Zahl kann Surf Worldcup Gründer Gerhard Polak nur lachen. "2015 hatten wir ein wirklich schlechtes Wochenende und da hat Herr Anton mit uns 25.000 Besucher abgerechnet. Heuer waren es zwei herrliche Wochenenden und da soll es weniger sein? Offensichtlich hat der gute Mann ein Problem mit Mathematik. Ich würde ihm raten, noch einmal in die Grundschule zu gehen. Plus und Minus zu beherrschen, ist in unserem Business nämlich nicht schlecht."
Und weiter: "Wenn sein Kassensystem nur 20.000 Leute anzeigt, dann sollte er sich etwas überlegen. Oder er betrügt gerade jemanden, aber er muss es ja wissen. Es ist einfach nur lächerlich."

Parkplatztouristen

Ebenfalls nicht einer Meinung sind die beiden Herren bei der "Qualität" der Gäste. "Wir haben gegenüber 2015 ein Minus von 30 Prozent bei den Nächtigungen eingefahren", erklärte Hannes Anton, "Die Besucher des Surf Worldcups sind reine Parkplatztouristen. Die paar Stunden, die sie schlafen, können sie es auch im Auto tun. Sie sind nicht einmal bereit, die paar Euro für den Campingplatz zu bezahlen. Auch die Gastronomie hat nichts von ihnen, weil sie sich selbst versorgen. Im Gegenteil, wir müssen noch jeden Tag den Mist von den Parkplä-tzen wegräumen. Wir sind also wirklich froh, dass es vorbei ist. Jetzt können wir uns auf Qualitätstouristen konzentrieren."

Podersdorf war voll

Ganz so lässt Gerhard Polak das aber nicht stehen. "Wir haben spaßhalber versucht noch zwei Doppelzimmer zu buchen", erzählt er. "Es waren aber keine Zimmer mehr frei. Ich möchte nur wissen, wer das war, wenn unsere Leute nur am Parkplatz schlafen. Vielleicht ja die Putzfrauen von der ach so tollen Starnacht? Aber zum Glück ist das nicht mehr unser Problem. Wir sind wirklich froh, gehen zu können, mit einem Mann wie Hannes Anton wollen wir nämlich gar nichts mehr zu tun haben. Interessant finde ich nur, dass sich weder er noch der Bürgermeister aufs Gelände getraut haben." Am 11. Mai sind die Veranstalter in der Gemeinde Neusiedl am See, um die Verhandlungen zu starten, ob der Surf Worldcup 2017 in Neusiedl stattfinden kann. "Wir würden natürlich gerne am Neusiedler See bleiben, aber wenn es Neusiedl am See nicht möglich ist, müssen wir abwandern", meinte Polak. Eine Entscheidung wird laut ihm wahrscheinlich im Herbst fallen.
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