13.07.2016, 14:12 Uhr

Edelstal: Rohrweihen-Babys durch Mähdrescher obdachlos

Die Kleinen hatten Glück im Unglück - Bauer und Jäger riefen Hilfe. (Foto: Vier Pfoten)
Adrett und wohlerzogen – so schauen die kleinen Rohrweihen-Jungen in der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation (EGS) Haringsee in die Kamera des Fotografen. Dabei haben sie gerade ein traumatisches Erlebnis hinter sich: In Edelstal zerstörte ein Mähdrescher das Nest der Rohrweihen-Familie. Der sofort vom Bauern verständigte Jäger handelte vorbildlich, barg die Jungen und brachte sie in die EGS. Von den Eltern fehlte leider jede Spur.

Kleinen auswildern

„Die Kleinen sind zwischen ein und zwei Wochen alt und glücklicherweise unverletzt“, erzählt Brigitte Kopetzky, Vogel-Expertin bei VIER PFOTEN. „Sie werden in der EGS in Kontakt mit Artgenossen aufgezogen.“ Ziel ist es, wie immer, die Rohrweihen zu gegebener Zeit auszuwildern.

Nest im Getreidefeld

Rohrweihen bewohnen offene Landschaften und bauen ihre Nester am Boden, gerne in Schilfgürteln in der Nähe von Gewässern, aber auch in Getreidefeldern. Dort besteht für sie leider das große Risiko, dass ihr Nest bei der Ernte zerstört wird. Wenn ein Weihennest in einem Feld entdeckt wird, ist es sinnvoll, eine genügend große Fläche des Getreides stehenzulassen; die Vögel können dann in wenigen Wochen ihre Jungen dort aufziehen. Rohrweihen ernähren sich hauptsächlich von Mäusen und anderen Kleintieren. Man erkennt sie an ihrem bodennahen, leicht schaukelnden Flug.
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