04.04.2016, 14:48 Uhr

Den Wehren geht die Führung aus

Immer dabei: BR Martin Reidl (li.) bei einer der zahlreichen Feuerwehrinspizierungen im Bezirk. (Foto: Foto: Bezirksfeuerwehrkommando)

Im Burgenland wird es immer schwieriger, einen Kommandanten für die Feuerwehren zu finden.

BEZIRK (EP9). Über Nachwuchsprobleme kann die Feuerwehr im Bezirk kaum klagen. Allerdings wird es zunehmend schwieriger, Führungskräfte zu finden, vor allem kleine Wehren haben Schwierigkeiten.
Dies bestätigt auch Bezirksfeuerwehrkommandant BR Martin Reidl, in fünf Orten werden aktuell Kommandanten bzw. Stellvertreter gesucht. "Die Kommandanten Stellvertreter von Kroatisch Minihof, Nikitsch und Lackendorf haben ihren Rückzug angekündigt, der Kommandant von Lutzmannsburg und jener von Klostermarienberg haben ihre Rücktritte angekündigt." Die meisten der Führungskräfte würden aus persönlichen Gründen aufhören. "Viele üben die Funktion schon sehr lange aus, hinzu kommt, dass der Bürokratieaufwand immer höher wird. Und immer mehr Vorschriften lassen den Aspekt, einfach zu helfen, immer schwieriger werden. Früher gab es alle zwei Jahre Änderungen, heute alle drei Wochen." Auch die Ausbildung sei umfangreicher als früher. "Ein gute Ausbildung ist zwar wichtig, sie ist aber auch extrem zeitaufwändig." Wehren zusammenzulegen, wie es in Deutschkreutz passiert ist, davon hält Reidl wenig. "Man darf nicht unterschätzen, dass die es für Ortsunkundige im Ernstfall schwieriger ist. Auch würde es bei Einsätzen längere Anfahrtszeiten geben." Gute Erfahrungen mit der Zusammenlegung der Feuerwehren hat hingegen Bürgermeister Manfred Kölly gemacht. Die Florianis aus Girm und Deutschkreutz machen seit einiger Zeit gemeinsame Sache.

Vorteile

"Grundsätzlich funktioniert es hervorragend, ich bin froh diesen Schritt getan zu haben, ich kann es anderen Gemeinden nur empfehlen. Wir haben ein junges Führungsteam, die sich alle sehr gut verstehen und auch kein Problem, Kommandanten zu finden. Auch finanziell ist es klarerweise ein Vorteil, weil wir die Einsatzfahrzeuge nicht doppelt anschaffen müssen." Pilgersdorf hat sieben Ortsteile und ebenso viel Feuerwehren. Das habe auch Vorteile, so Bürgermeister Ewald Bürger. "Es wird in Zukunft natürlich schwieriger, verantwortungsbewusste Führungskräfte zu finden. Ich denke aber, dass es gerade in den kleinen Ortschaften noch leichter sein wird die Feuerwehr aufrecht erhalten zu können, wie in den größeren."

Gut für die Gesellschaft

Die Feuerwehr sei gerade in den kleinen Ortsteilen die einzige Organisation, wo sich die Jugendlichen, egal ob Mädchen oder Burschen, zusammenschließen können und etwas unternehmen. "Hier übernimmt ja die Feuerwehr nicht nur eine ganz wichtige sicherheitspolitische Aufgabe, sondern auch eine gesellschaftspolitische Funktion. In einigen Ortsteilen gibt es keine Vereine, nur die Feuerwehr und somit geht man eben zur Feuerwehr."
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