12.09.2016, 14:54 Uhr

Hilfe hat im Bezirk große Tradition

Im Haus St. Stephan finden Deutschkurse für Asylwerber in unterschiedlichen Niveaus statt.

Vor einem Jahr stand das Burgenland vor einer Herausforderung. Tausende Flüchtlinge passierten die Grenze.

BEZIRK (EP). Auch der Bezirk Oberpullendorf beherbergt zahlreiche Asylwerber, in Horitschon sind zur Zeit 80 Menschen aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Nigeria und dem Irak im Gasthaus Lazarus untergebracht.
Für Gastwirt Anton Lazarus hat die Unterbringung von geflüchteten Menschen Tradition - die ersten nahm er 1979 auf, seit 1998 betreut Lazarus durchgehend Asylwerber. Das Wichtigste sei, dass die Flüchtlinge Deutsch lernen. "Die Menschen wollen lernen, wir haben viele Helfer hier, die etwas bewegen wollen." Besonders die jungen Leute wollen beschäftigt sein und sich auch sportlich betätigen." So wie Omar Mugbar. Der 21-Jährige flüchtete alleine aus Nigeria und ist seit eineinhalb Jahren in Horitschon untergebracht. In Nigeria jobbte er in einem Supermarkt. "Ich würde gerne hier leben und arbeiten", so der junge Mann in gutem Deutsch. Anton Lazarus beschäftigt in seinem Betrieb auch Asylwerber. Seit kurzem ist Sagintaera Aiman aus Kasachstan in seinem Team. Auch die gelernte Malerin spricht bereits sehr gut deutsch und ist ihm eine große Hilfe. Sie lebt mit ihrem 12-jährigen Sohn in Horitschon und möchte bald in eine eigene Wohnung ziehen. Bürgermeister Peter Heger schätzt die Arbeit von Anton Lazarus, in der Gemeinde gäbe es keine Probleme mit den Asylwerbern. "Auch die Betreuung vom Bund läuft sehr gut, in Horitschon gibt es auch einige private Initiativen, die etwas bewegen." Etwas bewegen will auch das Haus St. Stephan in Oberpullendorf. Leiterin Barbara Buchinger hat bereits mehrere Initiativen gesetzt, seit Jahren werden hier auch Deutschkurse auf unterschiedlichem Niveau angeboten. "Die Arbeit mit den Asylwerbern empfinde ich als sehr positiv, auch wenn die Kommunikation aufgrund der Sprache oder der kulturellen Unterschiede oft schwierig ist." Das Positive überwiege aber. "Einige fangen zu studieren an, andere finden Arbeit, es ist schön zu sehen, dass unsere Arbeit Früchte trägt. Ich würde mir allerdings mehr Unterstützung von der Politik wünschen." Ali ist 38 und besucht zur Zeit einen Deutschkurs im Haus St. Stephan.


Keine Probleme

Er lebt mit seiner Familie in Piringsdorf und ist seit mehr als einem Jahr in Österreich. Der gelernte Maurer würde gerne arbeiten. "Meine drei Kinder gehen in Piringsdorf in die Schule, sie sprechen schon gut deutsch und haben Freunde gefunden." Der 18-jährige Mustafa kommt aus Afghanistan und musste ohne Familie flüchten. Er lebt in Deutsch Gerisdorf und lernt fleißig deutsch für seinen Hauptschulabschluss. "Die Leute im Ort sind sehr freundlich, es gefällt mir hier." Im Gasthaus Rust in Unterfrauenhaid leben zur Zeit 55 Asylwerber aus neun verschiedenen Ländern. Benedikt Rust sen. betreut seit 1978 geflüchtete Menschen, die ersten kamen aus Polen. "Ich hatte bis heute keine größeren Probleme, auch die Ortsbevölkerung akzeptiert die Situation. Allerdings: Je weniger sich Menschen von außen einmischen, auch wenn sie es gut meinen – desto besser komme ich mit Asylwerbern zurecht", so Rust.

Disziplinierte Asylwerber

Auch Bürgermeister Friedrich Kreisits schlägt in die gleiche Kerbe. "Wir sind glücklich, dass das Miteinander in unserer Gemeinde so gut funktioniert, Herr Rust macht das wirklich gut, die Asylwerber sind sehr diszipliniert." Natürlich gäbe es auch indirekte Sorgen der Bevölkerung. "Diese werden aber ausgeräumt. In all den Jahren fand aber noch kein gröberer Zwischenfall statt."
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