25.03.2016, 16:59 Uhr

Nicht alle wollen einen Windpark

Die Windkraft Burgenland prüft rund um Raiding Bau eines Windparks. Konkrete Pläne gibt es noch nicht.

RAIDING (EP). Die Tochter der Energie Burgenland lotet derzeit aus, ob sich im Bereich Raiding, Horitschon und Großwarasdorf Grundstückseigentümer bereit erklären würden, Optionsverträge für eine spätere Windpark-Nutzung abzuschließen.

Einstimmig

„Wir und andere Windparkbetreiber prüfen laufend mögliche Standorte und Projektmöglichkeiten“, heißt es dazu. Erst dann würden überhaupt Windmessungen gestartet. Bei der Gemeinderatssitzung am 11. März hat sich der Raidinger Gemeinderat in einem Grundsatzbeschluss einstimmig dafür ausgesprochen, die Gespräche der Windkraft Burgenland mit Grundstückseigentümern bezüglich der Errichtung von Windkrafträdern zu unterstützen.

Angebote gemacht

Kritik kommt von der Bevölkerung: "Als verantwortungsbewusster, nachhaltig denkender Mensch sollte man behutsam prüfen, ob durch diese kurzfristige Entscheidung nicht ein nachhaltiger Schaden für die Region entsteht."
Die malerische Landschaft stelle eine Oase der Ruhe und Entspannung dar, so ein Betroffener.
"Meines Erachtens nach sollte bei einer Entscheidung, die für die nächsten 25 – 30 Jahre das Erscheinungsbild dieser Landschaft prägt, zumindest die gesamte Bevölkerung der betroffenen Gemeinden rechtzeitig darüber informiert werden und abgestimmt werden. So wie es im Moment aussieht, werden einzelnen Weinbauern und den verantwortlichen Gemeindevertretern der betroffenen Gemeinden finanziell verlockende Angebote gemacht, aber die betroffene Bevölkerung darüber eben nicht informiert."

Unterstützung

Bürgermeister Markus Landauer kontert: "Wir wissen, dass wir mit unserem Ried Raga ein einzigartiges landschaftliches Gebiet unser Eigen nennen, und haben dies mit der Renovierung der Urbanikapelle mit dem Einsatz von Geld und Herzblut auch gezeigt. In einer Region, die wirtschaftlich an mangelnder Unterstützung leidet, ist es ein Gebot der Stunde, unsere zwei Naturressourcen zu nutzen: den Wein und die Windenergie. Die Windkraft Burgenland und die Grundstückseigentümer haben unsere vollste Unterstützung bei der Projekterstellung." Sein Großwarasdorfer Kollege Rudolf Berlakovich steht dem Projekt ebenfalls positiv gegenüber, er möchte das Thema im Gemeinderat behandeln. "Die Windräder würden dort gebaut, wo die Windparks in Nikitsch und Deutschkreutz stehen, es wäre also eine Erweiterung." In Kleinwarasdorf betreffe der Großteil der Flächen den Urbarialwald. "Die Mehrheit hat sich für eine Unterzeichnung der Optionsverträge ausgesprochen." Horitschons Bürgermeister Peter Heger ist von den Plänen nicht begeistert. "Ohne eine Bürgerversammlung bzw. Bürgerbefragung wird es keine Windräder in Horitschon geben." Die Standortauswahl von Windparks hängt von den landschaftlichen Gegebenheiten sowie den dortigen Windverhältnissen ab, vor einer Standortentscheidung müssen Analysen und Prüfungen durchgeführt werden. "Derzeit gibt es im diskutieren Gebiet weder Eignungszonen noch ein konkretes Projekt."
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