Wie selbständig sie sind, zeigten die Lebenshilfe-Klienten aus Oberndorf den Grünen.
OBERNDORF. „Unser größtes Anliegen ist, dass unsere Klienten in den Werkstätten der Lebenshilfe normale Arbeitsbedingungen bekommen“, sagt Leiter Alfred Leitner. „Sie sind alle hochmotiviert, für die Firmen sind wir gefragte Dienstleistungspartner, aber wir können die Leistungen unserer Klienten nicht immer entsprechend honorieren. So sind sie etwa nicht pensionsversichert. Und die Seniorenheime der Lebenshilfe sind überfüllt.“Gearbeitet wird in der Werkstätte der Lebenshilfe Oberndorf für umliegende Firmen aus dem Flachgau, Salzburg und aus Oberösterreich. Völlig selbständig – die Betreuer helfen nur, wenn sie gerufen werden. „Alle arbeiten gut im Team zusammen“, sagt Leitner.
Hier werden Fläschchen mit gesundem Moor etikettiert oder Firmengeschenke verpackt. Die Klienten können sich jeden Tag aussuchen, was sie machen möchten. Jeder Auftrag muss allerdings erledigt werden – liegen bleibt hier nichts. Zur Einteilung hängt an jeder Wand eine Tafel, auf der jeder Wochentag eine andere Farbe und bebilderte Magneten, die bestimmte Arbeitsvorgänge, Pausen oder Personen darstellen, hat. „Viele können nicht lesen, aber so kennt sich jeder aus.“
Besuch in der Werkstatt
Vergangene Woche war die grüne Nationalratsabgeordnete Barbara Schatz im Rahmen der „Grün & Fair-Tour 2011“ durch den Flachgau bei Leitner und seinen Klienten zu Besuch. „Wir suchen das Gespräch“, sagt Schatz. „Es ist toll, wenn man solch eine Einrichtung persönlich ansehen und die Leute kennenlernen kann.“
Von den USA nach Japan
Nach der Werkstättenbesichtigung nimmt Wohnheim-Teamchef Andy Aukenthaler die Führung in die Hand. Er lebt im Wohnheim in Oberndorf, verbringt einen Großteil seiner Zeit aber im Ausland. Andy ist ein leidenschaftlicher Sportler, war bei den Special Olympics in den USA und fliegt als Floor-Hockey-Spieler demnächst nach Japan. „Andy ist überall dabei“, sagt Leitner. „Er sagt uns, wo er dabei sein möchte und bringt uns die Anträge zum Ausfüllen. So soll es auch sein. Wir sind dazu da, um unseren Klienten das zu ermöglichen, was sie wollen.“






