11.09.2016, 16:13 Uhr

"Niemand verlässt das Schiff"

Süße Rache, kreative Mordphantasien, reichlich Scotch On the Rocks und eine Schiffsreise nach Amerika waren die perfekten Zutaten für eine gelungene Theaterpremiere von "Fahr zur Hölle, Mister Smith!" in der Lebenshilfe Neudau.

NEUDAU (kv). Für das Stück "Fahr zur Hölle, Mister Smith!" erntete der Theaterverein mittleres Lafnitztal bei der Premiere am 9. September 2016 tosenden Applaus. Mit der schwarzen englischen Krimikomödie von Anke Kemper wagte sich Regisseur Raimund Pickl an ein anspruchsvolles Stück. Doch die mittlerweile aufeinander eingespielte und erfahrene Hartberg-Güssing-Kombo meisterte die Herausforderung mit Bravour. Unter den Gästen waren auch BR Marianne Hackl und Vertreter der Burgspiele Güssing, des Theatervereins Ollersdorf und Fürstenfeld.

Keine Panick auf der Titanic

Walter Fischer aus Ollersdorf verkörperte den verhassten Amerikaner Timothy Smith. Jeder der First-Class-Passagiere hatte einen guten Grund, Mr. Smith nach dem Leben zu trachten, weshalb auch die Giftschlange in seiner Kabine nicht überraschte. Nur gut, dass auch ein Hüter des Gesetzes mit an Bord war, nämlich Inspektor Moorth von Scotland Yard (Stefan Österle, Neudau). Mr. Smith konnte den Mordanschlag vereiteln. Ob er es jedoch lebend bis nach Amerika geschafft hat, welche versteckten Rachemotive noch aufgedeckt wurden und ob es am Ende sogar ein Happy End gibt, wird nicht verraten.

Alle haben ein Motiv

Timothy Smith wollte Lord und Lady McNTosch (Andreas Koch, Sabine Schwarz) ihr Anwesen abluxen, die Archäologin Luise Johnson (Annemarie Bauer) erleichterte er um ihre Ausgrabungsfunde und Annabell Ramsteen (Daniela Schwarz, Burgauberg) nahm er den Vater. Dieser beging Selbstmord, nachdem ihm Timothy Smith um sein Vermögen und sein Ansehen gebracht hatte. Doch sogar der Inspektor selbst hatte gute Gründe, ihn zu hassen, war Mr. Smith doch Schuld an seiner Degradierung.

"Grenzenlose" Talente

Der Theaterverein mittleres Lafnitztal ist eine Kombo aus steirischen und burgenländischen Schauspieltalenten. Die Theaterlaien haben mittlerweile einige Produktionen am Buckel und überzeugten mit Authentizität und viel Talent. Vor allem die schusselige Assistentin des Inspektors Julienne Albright alias Helga Pfingstl und die Schnapsdrossel Annabell Ramsteen, gespielt von Daniela Schwarz, entlockten dem Publikum zahlreiche Schmunzler und Lacher. Max Töttling zeigte als Kapitän Lionbird o Donnel auch sein Gesangstalent und gab "Old McDonalds had a Farm" zum Besten. Stefan Österle verlieh seiner Figur einen Hauch von Sherlock Holmes gemischt mit Columbo und Inspektor Gadget. Und auch der gekonnt texanische Akzent von Walter Fischer ließ kein Auge trocken, auch wenn man sich manchmal noch etwas mehr "Donald Trump" gewünscht hätte. Eine ständig in Ohnmacht fallende Geologien (Christina Bauer), eine ehrgeizige Archäologin (Annemarie Bauer) und eine resolute schottische Kammerzofe (Maria Pickl) rundeten das Theatererlebnis ab.

Großzügige Spende

Eine besondere Freude machte der Theaterverein mittleres Lafnitztal dem Musikverein Borckenstein, denn sie spendeten einen Teil der Einnahmen. "Wir brauchen immer Geld für neue Instrumente, unsere B-Tuba war schon über 50 Jahre alt und musste ersetzt werden. Denn sie war ungefähr vom gleichen Jahrgang wie ihr Spieler", sagt Obmann Philipp Gspandl.

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