28.06.2016, 13:10 Uhr

38 gefallene Soldaten der Sowjetarmee in Oberwart beigesetzt

Das Österreichische Schwarze Kreuz hat es sich zur Aufgabe gemacht, den gefallenen Soldaten einen Namen zu geben.

Im Frühjahr wurden in Welten sowjetische Kriegsgefallene aus dem Zweiten Weltkrieg durch das Österreichische Schwarze Kreuz exhumiert.

OBERWART (kv). Wladimir Komarow, Pjotr Tereschenko, Tochan Bekberdijew und 35 weitere junge Soldaten zwischen 20 und 25 Jahren lagen rund 70 Jahre in einem Obstgarten in den Weltener Bergen vergraben. Entdeckt wurde das Massengrab aus dem Zweiten Weltkrieg durch einen Hinweis einer 91-jährigen Zeitzeugin, die ebenfalls bei der Beisetzung dabei war.

Hohe diplomatische Vertreter

Neben LAbg. Christian Drobits und Bgm. Georg Rosner nahmen hochrangige Vertreter der Nachfolgestaaten der Sowjetunion mit einer Ehrenformation des Österreichischen Bundesheeres an der feierlichen Beisetzung teil.

Sowjetischer Soldatenfriedhof

"Der Zweite Weltkrieg forderte auch auf russischer Seite viele Opfer, 8 Million auf dem Schlachtfeld, 3 Millionen in Lagern und 11 Millionen Zivilisten", sagt Wolfgang Wildberger, Landesgeschäftsführer des Österreichischen Schwarzen Kreuzes. Mit dem sowjetischen Soldatenfriedhof zeugt Österreich den gefallenen Soldaten der Roten Armee seinen Respekt. "Wenn wir vergessen laufen wir Gefahr, dass sich alles wiederholt", sagt Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner.

Österreichisches Schwarzes Kreuz

Diese Vereinigung hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Soldaten einen Namen zu geben, was den Hinterbliebenen Trost spendet. Identifiziert wurden die 38 Sowjet-Soldaten von Regierungsrat Peter Sixl, der von Wladimir Wladimirowitsch Putin persönlich dabei unterstützt wurde. "Auch mein Großvater starb einige Monate nach Kriegsende in Österreich. Dem Österreichischen Schwarzen Kreuz habe ich es zu verdanken, dass es einen Platz gibt, wo ich Blumen niederlegen kann", so der ukrainische Botschafter Olexander Scherba. Auch die Botschafter von Kasachstan und Belarus nahmen an der Zeremonie teil und enthüllten die Gedenktafel. "Das Burgenland hat es sich zur Aufgabe gemacht, allen Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges würdevoll zu begegnen. Dazu gehört auch, die Begräbnisstätten zu schätzen, pflegen und erhalten", sagt LAbg. Christian Drobits.

Feierliche Beisetzung

Erzbischof Mark von Egor'evsk der Kathedrale z. hl. Nikolaus segnete die Gräber und Soldaten, die anschließend in einer ehrenvollen Zeremonie bestattet wurden. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete die Kranzniederlegung und das gemeinsame singen der Landeshymne.

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