27.06.2016, 13:08 Uhr

Abmilderung der Registrierkassenpflicht bringt Erleichterung

Registrierkassenpflicht: Die Regierung hat Erleichterungen für Wirten, Bauern und Vereine beschlossen. (Foto: pixabay/Antranias – CC0 Public Domain)

Gastronomen, Bauern und Vereine können nun aufatmen, die neuen Regeln wurden am 21. Juni im Ministerrat vorgelegt.

OBERWART (kv). „Nach harten Verhandlungen konnte nun endlich eine Einigung erzielt werden. Es wurde ein Wirtschafts- und Vereinspaket geschnürt, mit dem nun viele Probleme der Vergangenheit gelöst sind“, erklärten ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf und Patrik Fazekas von der Jungen ÖVP. Die Registrierkassenpflicht war seit ihrer Einführung heftig umstritten. Vor allem das Vereinsleben wurde dadurch massiv beschnitten. "Für die Vereine ist das auf jeden Fall eine Erleichterung, für viele ist diese Entscheidung aber wieder einmal zu spät gekommen, weil die Kassen bereits gekauft sind," sagt Fleischer und Gastronom Thomas Hatwagner. "Auch im Zuge der Kalten-Hände-Regelung haben viele meiner Kollegen für den Markt eine Kassa gekauft, was jetzt ja wieder umsonst war", so Hatwagner weiter.

Dorfleben bleibt bestehen

Viele Feste wurden bereits abgesagt, so z. B. auch das alljährliche Pferdefest in Bernstein. Eine sehr große Erleichertung ist aber die neue Regelung der Zusammenarbeit von Wirten und Vereinen: Bei kleinen Vereinsfesten wird das Angebot von Gastronomen nicht mehr dem Verein zugerechnet. "So kann auch ein einfaches Stelzenschnapsen beim Dorfwirt wieder problemlos stattfinden", so Hatwagner abschließend. „Unsere Sportvereine sind wichtige Säulen eines aktiven Freizeitlebens in Städten und Gemeinden. Ebenso sind die Musikvereine aus der Gesellschaft nicht wegzudenken. Diese wichtige Arbeit muss unterstützt werden. Die geplante Neuregelung der Registrierkassenpflicht ist daher zu begrüßen“, sagt Minister Hans-Peter Doskozil.

Sportverein betroffen

Johann Hetfleisch aus Eisenberg ist bei mehreren Vereinen aktiv: "Für den Mountainbike-Verein oder den Verschönerungsverein spielt die Registrierkasse keine Rolle. Beim Sportverein kann es happig werden, aber wir können damit leben. Für einen Zweitklasse-Verein ist es natürlich schwer. Es gibt Ausgaben für den Nachwuchs und auch unsere drei Ungarn kosten etwas. Man hätte sich das Ganze aber sparen können. Die neuen Regelungen habe ich mir noch nicht so genau angeschaut, ich glaube aber, dass sie für einige Vereine doch Erleichterungen bringen." Der Sportverein Deutsch Schützen hat bislang noch keine Registrierkasse und kommt vielleicht auch in Zukunft ohne aus. Manche Vereine haben sich möglicherweise aber bereits eine angeschafft - ohne sie jetzt zu brauchen,

Neue Registrierkasse bei Buschenschank

Seit kurzem eine Registrierkasse hat auch Winzer Josef Bradl, der auch mehrmals im Jahr am Csaterberg einen Buschenschank hat: "Die Erleichterungen betreffen nur Vereine. Ich habe seit meinem letzten Buschenschank eine angekauft und denke, sie hat auch etwas Gutes. Es wird alles lückenlos dokumentiert. Als Buschenschank kann ich aber nichts abschreiben, das bedeutet, dass ich schon etliches machen darf, um die Kosten von 5.000 Euro hereinzubekommen."

Von der Pflicht ausgenommen

"Kalte-Hände-Regelung": Alle Umsätze, die im Freien gemacht werden und 30.000 Euro im Jahr nicht überschreiten.
Hütten und Kreditinstitute: Alm-, Berg-, Schi- und Schutzhütten mit einem Jahresumsatz von unter 30.000 Euro und Kreditinstitute generell.
Aushilfen: Wirte können Aushilfskräfte, die bereits aufgrund einer anderen Anstellung voll versichert sind, an jeweils 18 Tagen pro Jahr ohne Nachzahlungen an das Finanzamt oder an die Sozialversicherung beschäftigen.
Zusammenarbeit von Wirten und Vereinen: Bei kleinen Vereinsfesten wird das Angebot von Gastronomen nicht mehr dem Verein zugerechnet. Für Vereinsmitglieder entfällt zudem die Sozialversicherungspflicht bei einer Kooperation mit einem Gastronomen.
Steuerliche Begünstigung für Vereine: Feste von Vereinen und Körperschaften öffentlichen Rechts unterliegen bis zu einem Ausmaß von 72 Stunden statt 48 Stunden pro Jahr einer steuerlichen Begünstigung.
Kantinenbetrieb von Vereinen: Ausgenommen sind Kantinen, die maximal 52 Tage im Jahr geöffnet sind und unter 30.000 Euro Umsatz pro Jahr machen.
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