26.07.2016, 13:23 Uhr

Das "Pokémon Go"-Fieber eroberte auch den Bezirk Oberwart

Der Stadtpark in Oberwart ist ein wesentlicher Treffpunkt für "Pokemon Go"-Fans.

Die Bezirksblätter Oberwart befragten Fans und Kritiker des neuen Smartphone-Spiels "Pokémon Go"

BEZIRK OBERWART. Seit einigen Wochen sorgt das neue Smartphone-Spiel "Pokémon Go" mit Pikachu & Co. weltweit für Aufsehen und Millionen App-Downloads. Dieses Fieber hat auch den Bezirk Oberwart erreicht und viele sind bereits mit ihren Smartphones unterwegs, um die verschiedenen Pokémon-Tiere zu fangen und für sich zu nutzen.
Es ist ein Hype entstanden, der zurzeit fast jeden irgendwie beschäftigt. Die Bezirksblätter Oberwart hörten sich bei einigen Fans um, warum sie "Pokémon Go" für sich entdeckten bzw. wo sie auf PG-Suche sind.
Begonnen hat es für die meisten frühen "Pokémon"-Jäger schon vor rund zwei Wochen als es für die Smartphones als App verfügbar war, für Iphone-Nutzer war es ein paar Tage später soweit. Das sagen Fans und Kritiker.


Celina Müllner

Meine Freunde spielen bereits seit zwei bis drei Wochen, ich seit rund einer Woche, da es die App fürs Iphone erst später gab. Ich spiele so zwischen einer und drei Stunden, wobei das Akku sehr stark darunter leidet. Ohne einem mobilen Akkupack geht gar nix.
Uns fasziniert einfach der momentane Hype und dass es praktisch jeder spielt. Ich habe es zuerst gar nicht gemocht und fand es einen wirklichen Blödsinn, aber dann brachte mit eine Art "Gruppenzwang" doch dazu. Faszinierend ist auch, dass es in der realen Welt gespielt wird und diese sich so mit der virtuellen vermischt. Um die Pokémon zu finden, musst du durch die reale Welt gehen, was auch gesundheitlich einen positiven Effekt hat. Seit Tagen fahren wir fast täglich mit dem Auto zu Brennpunkten wie Oberwart und Hartberg, wo es die meisten in der Region zu finden gibt. Wir gehen dort herum und sammeln. Ein gewisser Suchtfaktor ist bereits gegeben. Überall dort, wo man ein Tier vermutet, startet man die App. Beginnt einer zu spielen, machen es dann alle.

"Pokepoint" Neustift
Als in Neustift ein sogenannter "Pokepoint" erschien, der viele Pokémons erschienen ließ, traf sich die halbe Neustifter Jugend bei diesem Ort - egal ob mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß. Da merkt man, wie stark das Spiel unsere Region schon erreicht hat. Der Zusammenhalt bei uns ist aber toll, da schaut jeder auf jeden, darum setzt man ein eher "seltenes Lockmodul", damit auch die Freunde was haben.
Vor Pokémon spielte sie eher wenig am Iphone. Wir beschäftigten wir uns eher mit unseren Mopeds oder Autos, bzw. sind einfach so wo hingefahren. Was nicht heißt, dass wir es jetzt nicht mehr tun. Wir tun es noch immer, doch in Verbindung mit dem Spiel. Ich finde das spiel sowieso nicht schlecht, da man viel mehr raus kommt und viel mehr Freunde sieht und Spaß hat. Einziges Manko ist, dass es sehr viel Akku und Internet braucht und es heikel ist, da das Internet immer weiß, wo man gerade ist...

Gefahr im Verkehr
Wenn du so auf deinen Bildschirm fixiert bist, ist der Verkehr quasi ausgeblendet. Das haben wir selber in Oberwart gemerkt! In wenigen Wochen wird das aber ohnehin wieder out sein, dann wird es was neues geben. Ist nur ein Hype, den jetzt eben alle cool finden, was aber bald wieder langweilig sein wird.

Philipp Kröpfl, Dt. Schützen

Ich spiele seit 10. Juli etwa eine Stunde am Tag. Mich fasziniert, dass man wieder wie in früheren Zeiten ein Kind sein darf, da es jetzt jeder spielt. Ein gewisser Suchtfaktor besteht sicher, da es ein lustiges Spiel ist. Zurzeit spielt es jeder und somit ist man einfach voll dabei. Ich spiele noch immer clash of clans und werde es auch weiterhin. So gut kann ich in Pokemon nicht werden, das ich mit dem alten Spiel aufhöre. Ich fahre aber nicht extra herum, aber, wenn ich wo bin, schaue ich, ob sich ein paar Pokémons in meiner Nähe befinden.
Eine Gefahr sieht er weniger, aber "wenn man nicht aufpasst, besteht immer eine. Ich selber werde mich aber nie so vertiefen, dass ich andere schaden könnte."

Lisa Mikolaschek

Ich suche seit 17.7. nach Pokémon und das etwa zwei Stunden täglich. Mir gefällt die Verbindung zwischen der echten und der virtuellen Welt und dass man "Pokemon Go" an jedem Ort spielen kann.
Zurzeit ist es einfach faszinierend, weil neu ist, mit der Zeit wird sich das Interesse legen, wie auch bei anderen, neu erschienenen Spielen. Vor Pokemon habe ich verschiedene Spiele wie zum Beispiel Cooking Fever und Color Switch gespielt.

Adam Wiener

Ich spiele pokemon go bereits seit 16 Juli und ca. 2 Stunden am Tag. Es fasziniert mich das die App-Entwickler es geschafft haben, die Menschen aus dem Haus zu bringen und dass man sich bewegen muss, um Pokemons zu finden. Ich fahre sehr viel mit dem Fahrrad bei mir in der Ortschaft, aber auch öfters nach Oberwart mit Freunden spielen.
Bei mir besteht nicht wirklich ein "Suchtfaktor" sondern es macht mir einfach nur Spaß mit meinen Freunden um die Wette zu eifern, wer mehr Pokemons und stärkere Pokemons hat. Bevor ich Pokemon go gespielt habe, bin ich, wenn ich nicht gerade beim Training war, daheim vorm Fernseher gesessen oder bin mit Freunden unterwegs gewesen. Wenn ich spiele, achte ich stets auf meine Umwelt.

Mike Rodach

Seit einer guten Woche spiele ich etwa zwei bis drei Stunden am Tag. Mich fasziniert, dass man durch Pokemon Go eben mehr raus geht und nicht so viel Zeit vorm Computer verbringt. Ich suche meist, wo ich gerade bin, wobei sich manchmal schon ein Suchtfaktor entwickelt Pokemons zu fangen.
Vor Pokemon habe ich hauptsächlich Clash of Clans gespielt. Es besteht immer eine Gefahr, wenn man nur auf sein Handy starrt."

Leezah Danzer

Ich spiele "Pokemon Go" seit dem 18.7. und je nachdem, ob ich etwas zu tun habe, investiere ich mehr oder weniger Zeit in das Spiel. Bei der Arbeit ist es natürlich ein No Go. Wenn ich aber Freizeit habe oder sowieso rausgehe, verbinde ich den Spaß gleich mit dem Nutzen.
Am meisten fasziniert mich wohl der enorme Nostalgiefaktor. Im Volksschulalter bin ich dem Pokémon-Wahn der 90er verfallen. Diese Faszination hält bis heute an, daher ist es nicht überraschend, dass auch dieses Spiel mich in seinen Bann gerissen hat. Noch dazu finde ich das Konzept und das Gameplay (bis auf die gelegentlichen Serverstörungen) sehr gut.
Ich spiele immer grad da, wo ich gerade bin. Bis jetzt bin ich noch nirgends extra wo anders hingefahren, nur um eventuell neue Pokemon zu entdecken. Am Anfang war die Faszination natürlich am größten, jedoch holt einen der Alltag dann doch schnell ein. Daher kann man zumindest in meinem Fall von keiner richtigen Suchtgefahr ausgehen. Es ist eine nette Freizeitbeschäftigung, die man nebenbei verrichten kann.
Bevor ich Pokemon Go nutzte, habe ich eigentlich kaum Spiele auf meinem Smartphone gespielt. Ich nutze es eher für Social Media und natürlich zum Telefonieren. Einige Spiele, die vorher "in" waren, zum Beispiel "Best fiends", "Angry Birds", "Clash Of Clans" usw. habe ich zwar probiert, aber schnell das Interesse verloren."

Dominik Piff

Ich spiele ca. seit 11. Juli. Man konnte das Spiel bereits vor offiziellen Start bei uns spielen was auch viele taten. Ich empfinde es eher als ein Gelegenheitsspiel. Wenn es gerade passt, packt man halt mal das Handy aus und schaut ob gerade etwas in der Nähe ist. Aber wenn man wirklich gezielt mit ein paar Freunden auf die „Jagd“ geht, dann können schon mal ein paar Stunden vergehen.

Gameboy-Hype miterlebt
Ich schätze einmal das viele 90er Kids den damaligen Pokemon-Gameboy-Hype miterlebt haben und sich gerade deshalb für dieses Spiel faszinieren. Was sicher auch eine große Rolle spielt ist das man angeregt wird, nach draußen zu gehen und dann mit Freunden/Bekannten etwas unternimmt (In einer Gruppe macht es viel mehr Spaß). Im Allgemeinen ist es unglaublich mit wie vielen Leuten man einfach ins Gespräch kommt, weil es so viele gibt, die dieses Spiel derzeit spielen.
Tatsächlich fährt man da auch mal etwas weiter weg und den Kindern macht es auch Spaß im Park zu spielen, während die „großen Kinder“ nebenbei Pokemon suchen gehen. Ein gewisser Suchtfaktor besteht doch überall, sonst würde man es nicht machen. Aber ich muss zugeben es hat schon einen gewaltigen Reiz. Vor „Pokemon Go“ habe ich „Clash of Clans“ und „Summoners War“ gespielt, welche sich beider immer noch großer Beliebtheit erfreuen.

Unachtsamkeit birgt Gefahr
"Man wird jetzt zwar motiviert durch die Gegend zu laufen statt daheim die Konsole oder den PC zu starten, aber man sollte auch auf die Gefahren hinweisen. Gerade bei Kindern, die unachtsam durch die Gegend laufen, weil sie auf ihr Handy schauen, könnte leicht etwas passieren. Man hört ja bereits oft genug Meldungen dass es deshalb bereits Unfälle gab", ergänzt er.

Manuel Bieber

Ich spiele seit drei Wochen und investiere so ein bis zwei Stunden, aber nur wenn ich mit Freunden unterwegs bin. Mich fasziniert so dass die Landkarten fast 1:1 übertragen worden sind und die Jugend mehr nach draußen kommt und man lernt auch ein paar Leute kennen.
Ich spiele Pokemon hin und wieder am Weg zur Arbeit und wenn ich durch Oberwart spaziere, aber ich geh nicht extra wegen einem Pokemon zu irgend einer Stelle. Ein Suchtfaktor besteht bei mir nicht, ich kann auch ohne. Vor Pokemon habe ich gerne Clash of Clans, Altos Adventure und Angry Birds gespielt was ich jetzt natürlich auch noch spiele.
Ich hatte bis jetzt eigentlich noch keine schlechte Erfahrungen, dennoch fürchte ich dass einige Personen, die auch während dem Fahren spielen zu einer Gefahr werden können. Eine Suchtgefahr sehe ich eher mäßig, man trifft im Oberwarter Stadtpark meist die gleichen Leute.

Clemens Bauer

Ich spiele Pokemon Go seitdem es verfügbar ist, spiele meistens aber nur ca. 2h kommt aber auch auf die Spielsituation an. Faszinierend ist für mich, dass das Spiel von den Medien und von den Spielern selbst so gehypt wird. In Oberwart ist die Innenstadt der beste Platz um Pokemon zu spielen, aufgrund der vielen "Pokestops" und "Arenen". Da ist immer was los. Natürlich besteht bei dem Spiel ein hoher Suchtfaktor, da es ja Ziel ist, möglichst viele starke Pokemons zu fangen und zu trainieren, aber auch die eine oder andere Arena einzunehmen.
Vor Pokemon habe ich mich mit Spielen auf der Playstation beschäftigt. Auf meinem Smartphone waren eigentlich keine Spiele, da diese ja doch viel Akku fressen, so auch Pokemon Go."

Gefahrenpotentiale
Gefährlich ist es, wenn man sich nur aufs Display konzentriert und die Umgebung gar nicht wahrnimmst. In Amerika wurde ein Mädchen von einem Auto erfasst, weil sie auf den Highway gelaufen ist, nur um ein Pokemon zu fangen. Kritiker meinen auch, dass die Datensicherheit nicht gegeben ist, weil man ununterbrochen seine Position mitteilt und keiner weiß was mit diesen Informationen geschieht. Ich finde das nicht so schlimm, da es immer und überall Kritiker gibt, aktuell eben bei dem neuen Pokemon Spiel.

Julia Spiegel

Wir, mein Freund und ich, spielen es seit 2 wochen so 1 bis 2 stunden je nachdem, wie viel Zeit wir haben und gehen eigentlich immer in Oberwart eine runde spazieren oder wo wir eben sind. Wir fahren auch nach Bad Tatzmannsdorf und gehen dort spazieren.
Eine Suchtgefahr direkt würde ich bei mir nicht sehen, es ist einfach eine super Abwechslung zum Alltag, da man auch raus geht, neue leute kennenlernt und dabei noch Bewegung macht. Davor habe ich eigentlich nichts am smartphone gespielt.

Unfälle durch Pokemon
Es gab schon genug Unfälle, weil Leute Pokemon go gespielt haben und einfach auf die Straße liefen oder eben während sie Autofahren spielen. Ich finde, jeder sollte darüber nachdenken wie und wann er das macht und nicht während Autofahren oder im Verkehr.
Es heißt doch pokemon go und nicht pokemon drive. Man sollte spazieren gehen, sonst erfüllt es meiner Meinung nach nicht den Hauptzweck des Spieles.

Jan Zsifkovits

Ich gehe seit dem ersten Tag (6.7. 2016) auf Pokemonjagd. Auf den ganzen Tag gesehen summieren sich da schon ein paar Stunden. Selbst in der Arbeit wird Pokemon Go zum Gesprächsthema Nummer 1. Es gibt aber keinen Tag, an dem ich mich nicht mit dem Spiel beschäftige.
Als kleines Kind habe ich mich am Game Boy auf die Pokemonjagd gemacht und mir vorgestellt, wie es wohl wäre, wenn es sie nun wirklich geben würde. Deshalb ist dieses Spiel so etwas wie ein kleiner Kindheitstraum, der in Erfüllung geht. Egal wo man ist, man kann immer auf ein Pokemon stoßen. Da ich unter der Woche in Wien bin, begebe ich mich dort immer zu den Hotspots. Im Vergleich zum Burgenland ist das Spiel in der Großstadt schon ausgereifter und bietet mehr Möglichkeiten. Aber auch im Burgenland findet man schon immer mehr Pokemons. Was mich aber persönlich sehr an diesem Spiel fasziniert, ist, dass Menschen, die sich überhaupt nicht kennen, aufeinander zugehen und auf freundliche Art und Weise und miteinander spielen, egal ob sie jetzt von Team Rot, Blau oder Gelb sind. Ich habe schon einige neue Freundschaften geschlossen.

Kein "Süchtler"
Ich selbst bezeichne mich nicht als süchtig, aber manch anderer hat das schon von mir behauptet. Aber wer beschäftigt sich nicht etwas länger mit einer Sache, die er gern macht? Vor Pokemon Go habe ich eigentlich keine Spiele am Smartphone gespielt.
Natürlich gibt es auch zu Pokemon Go negative Beispiele, die aber ganz alleine vom Spieler selbst abhängig sind. Das Spielen während dem Autofahren zum Beispiel ist ein absolutes No-Go. Deshalb bin ich froh, dass ich mit meiner Freundin eine tolle Co-Pilotin habe, falls mal ein Pikachu während der Fahrt auftauchen sollte. Wie sehr uns das Spiel, unter Mithilfe des GPS-Trackers, "beobachtet", kann ich von meiner Warte aus nicht sagen.

Thomas Karner

Für mich ist Pokemon Go einfach Mist, weil es aufzeigt, wie einfach die breite Masse manipulierbar ist und wie leichtfertig die Leute ihre Daten (Standort, Aufnahmen in 360° von der eigenen Umgebung und auch von den Kontaktdaten) hergeben, nur, um ein Spiel zu spielen.
Des weiteren habe ich schon viele Berichte gelesen, dass in den USA aufgrund des Spieles Massenkarambolagen entstanden, Polizeistationen belagert worden sind und Menschen sogar von Klippen sprangen, um Pokemon zu fangen. Und auch sehr oft Autounfälle aufgrund des Spieles entstanden sind.
Für mich existiert das Spiel nur, um die Gesellschaft von Themen, die wirklich wichtig sind (z.B. wie geht es politisch in Österreich weiter? Wie wird sich die Lage in der Türkei weltpolitisch auswirken etc.) abzulenken.

Vanessa Huber

"Ich habe es ein paar Tage am Handy gehabt, aber bereits wieder gelöscht. "Pokemon Go" ist für mich eine der schrecklichsten Erfindungen. Durch das simple Spielprinzip scheinen viele danach süchtig zu werden und die Rede ist hier nicht etwa von Kindern oder Jugendlichen, sondern auch von Erwachsenen, die über die Straßen stürmen. Das macht Angst. Angst vor allem deshalb, weil wir uns vergegenwärtigen müssen, dass wir hier von einer Handy-App reden. Einer Handy-App! Bitte, liebe Spieler, vergesst das Menschsein nicht!

Bundesheer warnt Pokemon-Spieler
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