05.04.2016, 18:00 Uhr

Hans Hatzl: "Die Feuerwehr ist ein Kulturträger!"

Bezirksfeuerwehrkommandant LBDS Hans Hatzl mit Ortsfeuerwehrkommandant Martin Hoppel aus Grafenschachen, der im Vorjahr zum beliebtesten Kommandanten im Bezirk Oberwart gewählt wurde.

Die Bezirksblätter sprachen mit Bezirksfeuerwehrkommandanten LBDS Hans Hatzl über die Situation der Feuerwehrwehren im Bezirk.

BEZIRK (ms). In letzter Zeit war in einigen Gemeinden des Burgenlands zu hören, dass die Bereitschaft Führungspositionen bei der Feuerwehr zu übernehmen immer geringer wird.
Die Bezirksblätter befragte Bezirksfeuerwehrkommandant LBDS Hans Hatzl zur Situation im Bezirk Oberwart.

Schwierige Situation

"Führungspositionen zu besetzen wird immer schwieriger. Es ist ein zäher Prozess, aber im Bezirk sind wir dennoch gut aufgestellt. Es kommen laufend neue Kündigungsanträge herein, die dann nachzubesetzen sind. Es gibt ein halbes Jahr Kündigungsfrist, was uns einen gewissen Spielraum ermöglicht. Wenn ein Nachfolger sofort da ist, ist das natürlich vorteilhaft", berichtet Hans Hatzl.
Zurzeit gebe es einen intensiven Nachdenkprozess, wie es in einigen Bereichen weitergehe. "Es herrscht momentan ein auf und ab, aber noch findet sich bei der Feuerwehr immer wer", so Hatzl. Derzeit sei lediglich die Feuerwehr Höll Kommandantsmäßig unbesetzt.

Bereitschaft aufrecht

Insgesamt sieht er die Entwicklung etwas kritisch, dennoch "lässt sich die Dienstbereitschaft auch durch ein modernes Alarmsystem gut meistern und aufrechterhalten." "Auch die Aufteilung in Abschnitte erleichtert es vor allem unter der Woche, wenn viele in den Ortschaften jobmäßig auswärts sind oder eben nicht ausrücken können", so Hatzl.
Eine immer wieder ins Gespräch gebrachte Zusammenlegung kleinster Wehren beurteilt er klar: "Eine Zusammenlegung hat von den Feuerwehren selbst zu kommen. Ein Eingreifen von oben herab ist sicher der falsche Weg!"

Kulturträger

Für Hatzl stellen die Feuerwehren wesentliche Kulturträger dar, die es zu erhalten gilt: "In vielen Ortschaften gibt es kein Gasthaus, kein Geschäft oder Sportverein. Da ist das Feuerwehrhaus der letzte Kommunikationstreffpunkt. Das ist zu berücksichtigen. Die Feuerwehren genießen in der Bevölkerung höchstes Vertrauen und wissen auch, wo Hilfe gebraucht wird. Sie sind sowas wie das Bundesheer der Gemeinden."
Hatzl blickt auch positiv in die Zukunft: "Wir sind trotz einiger Herausforderungen gut aufgestellt und sind am Planen, wie es in den nächsten Jahren weitergehen soll. Es wartet noch einige Arbeit, aber ich bin positiv gestimmt."

Zur Sache

Im Bezirk Oberwart gibt es 86 Freiwillig Feuerwehren, die in 11 Feuerwehrabschnitte eingeteilt sind. Jeder Abschnitt besteht aus mindestens 5 und höchstens 10 Feuerwehren.
Der Gesamtmitgliederstand mit Stichtag 01.04.2016 beträgt 3813 Personen
Aktive 3064 (2918 Männer, 146 Frauen)
Jugendliche 329 (273 Knaben, 56 Mädchen)
Reservisten 420 (420 Männer, 0 Frauen)

Neue Kommandanten im Jahr 2016: Markt Allhau, Oberkohlstätten, Riedlingsdorf, Rohrbach/T., Dürnbach (seit 1.1.), Dreihütten und Welgersdorf (seit 1.2.).
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