26.04.2016, 12:15 Uhr

Netzwerk Kind Süd - "Frühe Hilfen" nun auch im Südburgenland

v.l.: Prim. Kurt Resetarits , Christian Moder, LR Norbert Darabos, LRin Verena Dunst, DSA Michael Bischof Horak (Volkshilfe), Hartwig Roth (BGKK), Peter Doppler (KRAGES) (Foto: Bgld. LMS)

Am 21. April 2016 fiel im LKH Oberwart der Startschuss für das Projekt "Netzwerk Kind Süd".

OBERWART. Familien brauchen Unterstützung, damit sie ihren Kindern gute Rahmenbedingungen für das Aufwachsen bereitstellen können. Sei es durch soziale Netzwerke (Familie, Freunde, Nachbarn, Bekannte etc.) oder durch Unterstützung und Hilfe von Fachleuten und Institutionen. Dies gilt insbesondere für Familien in belastenden Situationen. Frühe Hilfen werden auf regionaler und lokaler Ebene etabliert, sind multiprofessionell zusammengesetzt und unterstützen Eltern und Kinder in der frühen Kindheit.

Frühe Hilfen

„Frühe Hilfen“ zielen darauf ab, allen Kindern und Eltern Gesundheit zu ermöglichen. Frühe Hilfen helfen vor allem Familien mit höheren Belastungen und ermöglichen damit gleiche soziale und gesundheitliche Chancen für alle Familien und Kinder. Früh erkannt und rechtzeitig gegengesteuert kann individuelles Leid effizient vermindert werden und enorme Kosten im Gesundheits- und Sozialwesen eingespart werden. Frühe Hilfen sind in anderen Ländern oder einzelnen Regionen seit Jahren erfolgreich etabliert und haben einen sehr hohen „Return on investment“.

Auftakt Netzwerk Kind Süd

Neben Begrüßungsworten von LR Norbert Darabos und LRin Dunst, sowie BGKK-Obmann Hartwig Roth informierte Brigitte Juraszovich (Gesundheit Österreich GmbH) über das Konzept der Frühen Hilfen und den Status Quo der Umsetzung in ganz Österreich. Prim. Dr. Hans Peter Wagentristl betonte in seinem Vortrag die Wichtigkeit der Frühen Hilfen und warum es ein System von Spezialisten für Menschen in schwierigen Lebensabschnitten braucht. Die Umsetzung der Frühen Hilfen im Burgenland in Form des „Netzwerk Kind“ wurde von Karina Wapp, Projektleiterin seitens des Landes Burgenland präsentiert, DSA Michael Bischof Horak, Leiter der Familienbetreuung der Volkshilfe Burgenland, stellte das Team der Familienbegleitung vor und berichtete gleichzeitig über die Erfahrung der letzten Monate im Netzwerk Kind Nord.

Frühe Hilfen und deren Nutzen

Das Burgenland ist nun flächendeckend im Frühe-Hilfen-Netzwerke („Netzwerk Kind Burgenland“) vertreten. Das Netzwerk Kind Nord in den Bezirken Neusiedl/See, Eisenstadt-Umgebung, Mattersburg und Oberpullendorf nahm schon im Oktober 2015 die Arbeit auf, die Umsetzung im Netzwerk Kind Süd in den Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf startet nun. „Internationale Studien weisen auf ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis von Frühen Hilfen hin. Frühe Hilfen helfen die Folgekosten bei Vernachlässigung oder Misshandlung eines Kindes zu minimieren und leisten einen wesentlichen Beitrag, dass es gar nicht so weit kommt“, so LR Darabos. “Der Name Netzwerk Kind ist schon sehr aussagekräftig. Es geht darum, dass wir alle unsere Ressourcen bündeln und bestmöglich für unsere Familien im Land einsetzen. Vor allem ist es wichtig, dass auch sozial schwächere Familien die Möglichkeit für eine frühzeitige Hilfestellung erhalten - es geht nämlich auch um Chancengleichheit. Ich freue mich sehr, dass das Land Burgenland und die BGKK zusammen mit der Volkshilfe Burgenland eine breite Basis für diese Projekt bilden“, so LRin Dunst.

Netzwerke

Die Netzwerke, in denen alle Angebote für Familien und Kleinkinder integriert sein sollen, dienen der bedarfsgerechten Unterstützung von Familien in belastenden Situationen (indiziertes Angebot). Kern ist ein regionales Netzwerk, das als multiprofessionelles Unterstützungssystem mit koordinierten vielfältigen Angeboten für Eltern und Kinder in der Lebensphase der frühen Kindheit fungiert. Bezüglich der funktionierenden Vernetzung braucht es die Aufgabe des Netzwerk-Managements mit Verantwortung für den Aufbau der Kooperationen sowie für die kontinuierliche Pflege des Netzwerks. Das Zentrum der vertiefenden Unterstützung stellt die Familienbegleitung über einen längeren Zeitraum in Kooperation mit einer Vielfalt von vernetzten Angeboten, die bedarfsorientiert eingesetzt werden, dar. Die Familienbegleitung im Netzwerk Kind Burgenland wird von einem eigens geschulten, interdisziplinären Team der Volkshilfe Burgenland organisiert. Maßnahmen zur Vernetzung von Angeboten, niederschwelliger Zugang durch aufsuchende Angebote und die Stärkung der Familien zur Selbsthilfe sind zentrale Eckpunkte von Frühe-Hilfen-Netzwerken.

Kontakt zu Projektverantwortlichen

Land Burgenland: Karina Wapp: 057/600-2768, karina.wapp@bgld.gv.at
BGKK: Irene Ederer: 02682/608-2006, irene.ederer@bgkk.at

Fakten zum Projekt

Projektträger ist das Land Burgenland und die Burgenländische Gebietskrankenkasse. Finanziert wird es aus den Vorsorgemitteln der Bundesgesundheitsagentur. Die Familienbegleitung übernimmt die Volkshilfe Burgenland.
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