04.08.2016, 12:50 Uhr

Spätes Dankeschön an Mentor Josef Hofer

Musiker, Verleger und Earls-Urgestein Gerhard Sulyok dankte seinem Mentor Josef Hofer für den "Kick off" zu einem erfüllten Leben mit Musik.

STADTSCHLAININIG/GROSSPETERSDORF (ps). Die meisten kennen ihn als „Drummer“ der legendären Rock & Pop Band „Earls“, Insider wissen vielleicht, dass der Gründer des „tuba-musikverlages“, Gerhard Sulyok, die Liebe zur böhmischen Musik schon sehr früh gefunden hat, aber die wenigsten wissen über die musikalischen Anfänge und den Werdegang dieses begnadeten Musikers und Musikverlegers.

„Ein schöner Tag“

heisst jene Polka, die Josef Hofer als erste Komposition für den tuba-musikverlag schrieb. Verlagsgründer Gerhard Sulyok arrangierte als spätes Dankeschön an seinen Lehrer und Mentor diese wunderschöne Polka und machte sie so der breiten musikalischen Öffentlichkeit zugänglich. Bei der Übergabe der ersten CD und des Notensatzes an Josef Hofer sprach der Verleger vom Beginn einer breiten Zusammenarbeit, mit Zugriff auf viele der wunderschönen Polkakompositionen von Josef Hofer, die Sulyok der musikalischen Nachwelt in Form von Arrangement, Notensatz, Druck und CD-Einspielung weitergeben und erhalten möchte. „Als junger Tenorist (früher Bassflügelhorn), konnte ich nicht erahnen, dass eine Polka, die mein Lehrer und Kapellmeister Josef Hofer einst mit uns einstudierte, meinen weiteren musikalischen Weg so beeinflussen würde“. Sulyok geriet über das wunderschöne Trio für die Tenorhörner dieser überlieferten „böhmischen Polka“ förmlich ins Schwärmen, das ihn so unendlich begeisterte. „Meine Liebe zur böhmischen Musik war somit offenkundig“, so das heutige Earls-Urgestein.

Alles begann mit 10 Jahren

„Wenn ich mir über mein erfolgreiches Leben mit und um die Musik Gedanken mache, muss ich euch auf eine Zeitreise zu den Anfängen mitnehmen“, so Gerhard Sulyok im Kreise einer illusteren Runde im Hause Hofer in Stadtschlaining. „Der seinerzeitige Bürgermeister von Großpetersdorf, Hans Krutzler, ein Visionär der 1960er Jahre, wollte in Großpetersdorf eine Musikkapelle gründen. Die Gemeinde kaufte Musikinstrumente und viele junge Burschen waren bereit, diese zu erlernen und zu bespielen. Für mich blieb nur mehr die Es-Trompete, obwohl ich gerne Flügelhorn gelernt hätte. Für die Ausbildung der Jungmusiker an den entsprechenden Instrumenten konnte Kapellmeister Josef Hofer aus Schlaining gewonnen werden. Leider wurde aus der Musikkapelle Großpetersdorf nichts, und so nahm uns Josef Hofer nach Schlaining mit, wo er 1959 die erste Jugendkapelle des Burgenlandes mit 19 Musikern gründete.“

Musik ist Emotion
Josef Hofer lebte diese Emotion, konnte die jungen Musiker ungemein positiv beeinflussen und motivieren und dadurch viele „schlummernde Talente“ wecken. Talentorientiert integrierte Kapellmeister Hofer die jungen Musiker aus Großpetersdorf in seinen Klangkörper, bildete bis 1986 über 360 Musiker/Innen aus und startete mit seiner Jugendkapelle einen sensationellen Erfolgslauf, der weit über die Grenzen des Burgenlandes hinausging und sogar international aufhorchen ließ. Dieser junge Klangkörper gab mit konzertanter Musik dem kulturellen Leben in Schlaining neue Impulse

Sohn Walter übernahm die Kapelle
1986 übergab Josef Hofer den Taktstock seinem Sohn Walter, der seine Erfahrungen in der Musik nicht nur der Ausbildung bei seinem Vater verdankte, sondern auch auf eine lehrreiche Zeit bei der Militärmusik Burgenland, damals unter der Leitung von Militärkapellmeister Prof. Josef Kotay und dem Musikmeister Anton Leeb zurückblickte. Bei Prof. Schönfeldinger war er außerordentlicher Schüler auf der Musikhochschule in Oberschützen. Diese Ausbildung machte es ihm auch möglich, selbst Jungmusiker auszubilden. Später wurde er von seiner Tochter, Mag. Sabine Zumpf, dabei tatkräftig unterstützt. .

Classics und Earls

„Josef Hofer hat mir meinen beruflichen Weg zur Musik geebnet. Als ich gerade die 6. Klasse Gymnasium besuchte, gestaltete sich durch die Beatles ein revolutionärer Umbruch in der Rock und Popszene. Ich gründete mit Freunden unsere erste Band und rockte mit „Classics“ die neue Musikszene. Bereits 1967 stieß ich zu den „Earls“ und wir ließen sämtliche Hallen im Raum Ostösterreich mit immer größerem Erfolg Kopf stehen“, so Sulyok. „Für mich kamen Matura, Bundesheer und Studium. In Oberschützen studierte ich bei Wolfgang Schulz Querflöte, ehe ich mich für Musikwissenschaften in Graz interessierte und dabei die Liebe zu Gerätekunde, Akustik und Aufnahmetechnik entdeckte. Jeder wollte damals Musikkassetten, Schallplatten und später CD’s, daher haben mich die Musikproduktionen immer mehr interessiert, holte mir Tipps von meinem Bruder Willi, der damals als ORF-Techniker arbeitete und gründete schließlich mein eigenes Tonstudio in Oberschützen, wo ich sehr erfolgreich Gruppen wie John Fox Band und STS produzierte.“

tuba-musikverlag

„Ich war im Musik- und Verlagsgeschäft angekommen, gründete meinen eigenen Verlag, wo ich allen Musikrichtungen eine entsprechende Produktions-Plattform bot, erlebte einen explodierenden Aufgabenbereich im Verlagswesen, sodass ich mich schließlich auf die „Blasmusik“ spezialisierte“, so Gerhard Sulyok. Mit Ladislav Kubes, einem der erfolgreichsten Komponisten böhmischer Musik, verbindet Sulyok seit dieser Zeit eine sehr herzliche und innige Zusammenarbeit in vielen Bereichen, er lebte sozusagen „seinen südböhmischen Traum“. Ein ehrgeiziges Projekt realisierte Gerhard Sulyok in diesem Jahr anlässlich 95 Jahre Burgenland. Er wollte von Blasmusik-Komponisten des Burgenlandes ein Musikstück in dieses Projekt aufnehmen, dabei spannte sich der musikalische Bogen von Haydns Esterhazymarsch über Karl Messner, Karl Schönfeldinger, Josef Hofer bis hin zum jungen Komponisten Thomas Zsivkovits aus Rotenturm. “Es schlummern so viele Talente in der Blasmusikszene des Landes“, so Sulyok, der einen enormen Zulauf junger Talente zur böhmischen Blasmusik erkennt.
Für den jungen Musiker Gerhard Sulyok, der 1959 auszog, um Es-Trompete bei Josef Hofer zu lernen, schließt sich allmählich der Kreis seines kreativen Musikerlebens von der Blasmusik über die Unterhaltungs-, Pop- und Rockszene zurück zur böhmischen Blasmusik, in die er heute viel Herzblut und großes Engagement investiert.
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Michael Strini aus Oberwart | 04.08.2016 | 15:15   Melden
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Peter Seper aus Oberwart | 04.08.2016 | 22:38   Melden
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Marie O. aus Graz | 21.08.2016 | 21:50   Melden
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Peter Seper aus Oberwart | 22.08.2016 | 10:56   Melden
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Marie O. aus Graz | 22.08.2016 | 12:09   Melden
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