19.03.2016, 10:37 Uhr

Verkehr im Südburgenland: ÖVP fordert Handlungen statt Ankündigungen

Sie üben Kritik an der Verkehrspolitik fürs Südburgenland: LA Bernhard Hirczy, NR Niki Berlakovich, LA Georg Rosner und LA Walter Temmel

NR Niki Berlakovich stellte vier parlamentarische Anfragen an Minister. Landtagsabgeordnete fordern Konzepte statt Versprechungen.

OBERWART (ms). "Wir sehen es als Weckruf für die Rot-Blaue Landesregierung. Es gab zwar in den letzten Jahren seitens der SPÖ stets Ankündigungen und Spatenstiche, wir fordern aber reelle Konzepte!", erklärt NR Niki Berlakovich, der vier Anfragen mit 86 Detailfragen an Infrastrukturminister Klug stellte. "Es geht dabei um die S7, die Wiederbelebung der Bahnstrecke Friedberg-Oberwart, den Ausbau der Strecke Oberwart-Szombathely und die Elektrifizierung der Strecke Szentgotthard-Graz", erläutert Berlakovich.

Holztransporte belastend
Bgm. Georg Rosner fordert erneut eine Lösung bei der Holzverladung: "Die Holztransporte sind eine große Belastung für Oberwart. Dabei gebe es in Rotenturm mit etwas mehr Willen eine gute Lösung. Laut einer Studie würde für einen Umbau rund 300.000 Euro benötigt. Die FPÖ forderte eine rasche Lösung vor den Landtagswahlen. In der Regierung war da auch von LT-Präs. Ilse Benkö nicht mehr viel zu hören. Sieben Millionen wurde in die Strecke nach Großpetersdorf investiert, gefahren ist dort kaum ein Zug."
Es gebe insgesamt drei mögliche Standorte, die Oberwart entlasten würden - Rotenturm, beim OBI oder im Norden der Stadt.
Rosner sieht das "Südburgenland verkehrstechnisch nach wie vor massiv benachteiligt. Im Norden werden Millionen in die Bahn investiert, im Süden vertröstet man mit Machbarkeitsstudien. Auch um die Grenzbahn ist es sehr ruhig geworden", sagt Rosner.

Bahn und S7 notwendig
LA Walter Temmel: "Verkehrsanbindungen sind Lebensadern. Der Bezirk Güssing profitiert von der S7 und einer Bahnattraktivierung. Graz ist mittlerweile schon so wichtig wie Wien. Bei Pendlern hält sich das Verhältnis mit praktisch 50:50 die Waage!"
Kritik übt er auch an Versäumnissen bei Kleinprojekten: "Seit zig Jahren ist es nicht möglich ein 330m Straßenstück von Moschendorf nach Szentpeterfa zu sanieren, während anderswo Kilometerweise gebaut wird. Und auch eine kleine Adaptierung der Park & Ride-Anlage in Ollersdorf scheint nicht umsetzbar zu sein."

Erreichbarkeit ist wesentlich
LA Bernhard Hircy fordert eine rasche Umsetzung der S7 und eine Elektrifzierung der Bahn: "Die geplante Beschleunigung der Ostbahn ist nur als langfristiges Ziel vermerkt, aber nicht im Rahmenplan enthalten. Die Erreichbarkeit ist ein wesentliches Thema für Arbeitnehmer und Unternehmen. Die Bahn fährt beispielsweise in der Früh Richtung Graz, aber am Abend nur bis Fehring. Also sind zurzeit rund 40 Prozent der Autos, die dort parken aus dem Bezirk Jennersdorf. Ohne entsprechende weiteren Maßnahmen, waren bisherige Investitionen umsonst. LH Hans Niessl hat etliche Chancen vertan."
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