26.04.2016, 16:00 Uhr

Vom Lehrling zum Chef: Michael Pree

Michael Pree ist Chef seiner eigenen Kfz-Fachwerkstätte in Edlitz und legt auch persönlich noch Hand an.

Michael Pree eröffnete in seinem Heimatort Edlitz eine KFZ-Fachwerkstätte mit nunmehr vier Mitarbeitern.

EDLITZ (ms). Michael Pree aus Edlitz hat sich seit gut zwei Jahren selbständig gemacht und leitet eine Autowerkstatt in Edlitz mit insgesamt vier Beschäftigten.
Sein Traumberuf als Kind war Pilot, wobei er diesen nie wirklich verfolgte, wie der Jungunternehmer erklärt, dennoch, das Interesse an der Technik war bei ihm immer schon vorhanden. "Mich hat weniger das Fliegen, sondern eher die Technik eines Flugzeugs fasziniert. Pilot würde mir auch heute noch taugen", lacht der noch 33-Jährige.

Lehre statt Schule
"Meine Eltern hatten eher eine Schullaufbahn für mich im Sinn. Mit 14 Jahren ist aber alles andere wichtiger. Schule hat mich damals nicht wirklich interessiert. Ich habe trotzdem ein Jahr Handelsschule gemacht und dann stand ich vor der Wahl, weiterzumachen oder aufzuhören. Ich habe mich fürs Aufhören entschlossen und eine Mechaniker-Lehre begonnen", schildert Pree.
Beworben hat er sich bei Porsche Oberwart als einer von 27 Kandidaten für drei Lehrlingsstellen. "Ich habe die Aufnahmsprüfung geschafft und bin unter den drei gewesen. Damals war das Interesse an Lehrberufen viel größer als heute", so Michael.

Spaß am Beruf
1997 hat er seine Lehre begonnen: "Während der Lehrzeit bin ich drauf gekommen, dass mir der Beruf viel Spaß macht. Die Berufsschule habe ich mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen. Da habe ich die Erfahrung gemacht, wenn man aufpasst und sich interessiert, braucht man nicht viel lernen, um es zu packen."
Nach erfolgreicher Lehrabschlussprüfung arbeitete der Edlitzer in der Werkstätte und absolvierte auch eine Diagnosetechnik-Schulung. "Dann war ich rund zwei Jahre im Bereich der Elektrik-/Elektronik-Fehlersuche tätig. Zu Beginn hat es Spaß gemacht, dann war aber alles nur noch "Routine" und ich überlegte einen Wechsel. Berufsreifeprüfung und danach vielleicht eine FH standen als mögliche Alternativen im Raum", erinnert er sich.

Betriebsleiter zum Unternehmen
Doch Michael Pree blieb dem Unternehmen treu und bewarb sich auf Anregung seines damaligen Chefs für den Posten des Betriebsleiters in Oberwart, was er 2009 auch wurde. "Ich war dann knapp drei Jahre in dieser Funktion tätig, ehe sich 2011 unsere Wege trennten. Zunächst überlegte ich in den USA Erfahrungen zu sammeln, habe mich dann aber auch aufgrund der komplizierten Rechtslage im Arbeitsbereich dagegen entschieden", berichtet Pree.
So wagte er den Sprung in die Selbständigkeit. Vor rund zwei Jahren eröffnete seine Fachwerkstätte in Edlitz. "Ich habe diesen Schritt bis heute nicht bereut. Das Unternehmen hat sich den gut zwei Jahren sehr gut entwickelt. Wir bieten Service und Reparatur aller Fahrzeugmarken, Reifenverkauf, sowie Elektronik-Fehlersuche und Karosserieinstandsetzung", so Pree.

Fachkraft gefragt
Pree würde auch Lehrlinge nehmen, doch ist dies infrastrukturell nicht möglich: "Finanziell ginge sich ein Lehrling aus, aber platzmäßig ist die Werkstätte zu klein. Ab dem 3. Lehrjahr soll er selbständig arbeiten, aber dafür fehlt ein entsprechender dritter Arbeitsplatz."
Im Lehrberuf sieht Michael Pree aber große Chancen: "Ich bin sehr für den Lehrberuf. Der Stellenwert von Fachkräften wird weiter steigen und vermutlich in einigen Jahren jener der reinen Matura übersteigen. Lehrlinge haben sicher große Chancen am Arbeitsmarkt und später auch als Unternehmer", ist Pree überzeugt.

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