24.05.2016, 14:00 Uhr

Vom Lehrling zum Chef: Tischlermeisterin Nicole Fleck

Die Arbeit mit Holz hat Nicole Fleck bereits als Kind Spaß gemacht. Nun leitet sie ihre eigene Tischlerei.

Die Tischlermeisterin Nicole Fleck führt in Stuben den Familienbetrieb.

STUBEN (ms). Sie gehört zu den wenigen Frauen, die es in Männerdomänen geschafft haben. Als Tischlertochter kam Nicole Fleck schon früh mit Holz, Möbel und dem Handwerk in Berührung.
So wuchs in ihr das Interesse und der Wunsch in die Fußstapfen von Papa Karl Gerhard zu treten. Darum entschloss sich Nicole für eine Tischlerlehre, die sie 2004 im Betrieb des Vaters begann.
"Ich habe mich immer dafür interessiert und deshalb diesen Weg gewählt und nicht, was viele meinten, weil es den Betrieb gibt. Es kann durchaus damals auch Leute gegeben haben, die Vorurteile hatten oder dachten, sie versucht es halt einmal. Ich habe aber stets mein Ziel im Auge gehabt", erklärt sie.

Tischlermeisterin übernahm

"Ich habe alles gemacht, auch die "wilden Arbeiten" und war stets voll akzeptiert als Frau. Lustig war es manchmal, wenn ich als Lehrling bei Kunden dabei war und einige kurz vor Fertigstellung dann erst gemerkt haben, dass ich eigentlich die Tochter vom Chef bin. Eine Sonderstellung hatte ich deshalb aber nie", erzählt sie.
Nach Abschluss der Lehre folgten Gesellenprüfung und schließlich der Meisterbrief. "Die Liebe zur Arbeit mit Holz hat mir mein Vater offensichtlich vererbt. Sie hat sich fast noch verstärkt. Vor allem das Arbeiten mit Massivholz gefällt mir. Heute wird eher mehr mit Platten gearbeitet. Ich selbst komme immer seltener dazu, wirklich in der Werkstatt zu stehen", berichtet die Tischlermeisterin.
Aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls ihres Vaters Karl Gerhard hatte Nicole dann überraschend früh den Betrieb zu übernehmen. "Es war eine sehr harte Zeit für mich. Ich wurde sozusagen ins kalte Wasser geworfen", berichtet sie. Am 1. Jänner 2015 wurde sie offiziell zur Chefin.

Lehrlingsbetrieb

Nicole meistert das Büro und administrativen Bereich. Ihr Vater steht ihr noch beratend zur Seite. Im Unternehmen arbeiten zwei Gesellen, darunter auch ihr jüngerer Bruder Jörg, sowie ein Lehrling.
"Wir sind seit ich mich erinnere stets ein Lehrbetrieb und wollen das auch bleiben. Gerade in einem Kleinbetrieb hat ein Lehrling viele Möglichkeiten, etwas zu lernen. Es kann einem nichts besseres passieren. Viele Junge nutzen ihre Chance aber nicht. Wer Einsatz und Willen zeigt, kann etwas aus sich machen", ist Nicole überzeugt.
Auftragsmäßig zeigt sich Nicole zufrieden: "Wenn man andere Betriebe ständig jammern hört, kann ich sagen, dass wir genug zu tun haben. Die Nachfrage an Maßmöbeln ist nach wie vor gegeben und wir haben eine große Palette."

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