Welche Zukunft gibt es für den Grünberglift?

Grünberglift (Foto: Foto: Geisler)
Vollversammlung soll Bekenntnis zur Finanzierung von 3 Millionen Euro bringen - Heftiger Widerstand aus Nassereith erwartet

Die Zusage von LH Günther Platter einer Förderung von zwei Millionen Euro für die Erneuerung der Infrastruktur am Grünberg steht. Morgen entscheidet sich, ob die Mitglieder des Tourismusverbandes das Finanzierungsmodell mehrheitlich unterstützen, um die restlichen Millionen aufzubringen. Mit Ablehnung aus Nassereith ist dabei zu rechnen.

OBSTEIG (mg). Unter dem Titel Die Zukunft der Region! wurde im Vorfeld bei den Tourismusbetrieben Werbung gemacht, sich hinter das neue Konzept um den Grünberg und dessen Finanzierung zu stellen. Um die fünf Millionen Euro zu stemmen, müssen nach Abzug der Förderungszusage des Landes (zwei Millionen Euro) auch die Tourismusbetriebe ihren Beitrag bringen. Um dies den Mitgliedern am Plateau schmackhaft zu machen, wurde das Modell einer Gold- und einer Silbercard entwickelt. Die zwei Karten sollen verschiedene Leistungen beinhalten. TVB-Obmann Hermann Föger sieht die Touristiker in der Standortgemeinde des Liftes hinter dem Konzept stehen, wobei diesen die größte Erhöhung der Abgaben ins Haus steht. Um 2,30 Euro soll die Aufenthaltsabgabe in Obsteig künftig auf 3,60 Euro anziehen. Im Gegenzug können die Gäste der Obsteiger Tourismusbetriebe den Lift ohne weitere Zahlung in Anspruch nehmen. Wir hatten mehrere Sitzungen. Ich bin ziemlich sicher, dass die Obsteiger dafür sind, so Föger. Seine Devise: Den Donnerstag abwarten und dann sehen wir weiter.

Für kein anderes Projekt kriegen wir so eine Förderung. Es ist das Beste, was wir kriegen können und das erste Mal, dass die Aufenthaltsabgabe einer Leistung gegenübersteht, verweist TVB-Geschäftsführer Manuel Lampe auf die zahlreichen angedachten Leistungen im Rahmen der Gold- und Silbercard.
Um 30 Cent erhält man ein komplettes Leistungsspektrum, so Lampe hinsichtlich der Silber-card, die außer in Obsteig in allen anderen Verbandsgemeinden kommen soll, und die Erhöhung um 30 Cent Aufenthaltsabgabe rechtfertigen soll.

Ein Wahnsinnsprojekt
Mit Gegenstimmen aus Nassereith muss Lampe bei der Vollversammlung rechnen. Skigebiete macht man auf hohem Niveau und nicht am Plateau, so der Nassereither Touristiker Herbert Schaber, der in seiner Funktion als Gemeinderat Bgm. Reinhold Falbesoner aufforderte, sich dagegen zu wehren. Bei diesem rennt er damit offene Türen ein. Der TVB läuft Gefahr, in ein Desaster zu schlittern, wo er nicht mehr rauskommt. Der Grünberg war nie ein Skigebiet und wird nie eines werden, meint Bgm. Falbesoner. Auch Gemeinderat Herbert Scheiring, seines Zeichens Nassereither Vertreter im Tourismusverband, hält nichts von den Kartenmodellen vom Plateau.

Abspaltung von Nassereith?
In Nassereith sollen sie uns in Ruhe lassen mit der Silbercard. Wir sind nicht bereit, 30 Cent mehr zu bezahlen, wenn dann nur auf freiwilliger Basis. Man kann nicht so mit uns umgehen. Ein bekannter natürlicher Reflex in Nassereith ist dabei die Zuwendung Richtung TVB Imst-Gurgltal und so forderte Mandatar Herbert Schaber dazu auf, sich einen Verbandswechsel zum TVB Imst-Gurgltal zu überlegen. Es ist 5 vor 12, so Schaber, der Scheiring aufforderte, Verhandlungen mit Imst aufzunehmen. Das Land Tirol würde sich mit einer derartigen Fragstellung nur dann auseinandersetzen, wenn diesbezüglich zwischen sämtlichen Partnern Konsens besteht und die vermögensrechtlichen Aspekte ausreichend geklärt sind. Das Land würde dies in einem Anhörungsverfahren klären, wobei den Aufsichtsräten der betroffenen Tourismusverbände besonderes Gewicht zukommt, jedoch auch den Gemeinden, so Gerhard Föger, Leiter der Tourismusabteilung im Land Tirol. Der Obsteiger Touristiker und Gemeinderat Patrick Schaber verweist auf die Einzigartigkeit der zu schaffenden Infrastruktur und die Vorzüge mit einem Seitenhieb auf die Nassereither: Ein Hallenbad hat bald jedes bessere Hotel in der Region, einen Skilift aber nicht. Der Nassereither Bürgermeister soll nachdenken, wie viel Geld schon in das sinnlose Hallenbad gesteckt wurde. Auf Gemeindeebene sieht Patrick Schaber Rückhalt für das Projekt: Die Obsteiger Touristiker sind fast einhellig dafür und bereit, das zu tragen. In die Bresche für ein Ganzjahresfreizeitangebot in einer Gemeinde schmeißt sich nun auch Bgm. Gerald Schaber, der kurz vor der Vollversammlung noch einen Brief an die Vermieter ausschickte, um diese für ein Ja zum neuen Tourismuskonzept am Mieminger Plateau zu bewegen. Es geht nicht um den Ausbau des Grünbergs zu einem Skigebiet in Konkurrenz zu den bestehenden Skigebieten in der Umgebung, sondern um eine Investition in eine ganzjährig nutzbare Infrastruktur am Grünberggelände, schreibt der Obsteiger Dorfchef. Wenn die Region jetzt nicht in Infrastruktur investiert, wird es mit dem Tourismus weiter bergab gehen, appelliert Bgm. Schaber weiter.

Zur Sache
Vollversammlung
Bei der morgigen Vollversammlung des TVB Mieminger Plateau geht es um eine Absichtserklärung für die Finanzierung des Konzepts für das Gebiet am Grünberg.
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