09.03.2016, 00:00 Uhr

Exportschlager aus Matrei

Das Holz-Team der Lebenshilfe Matrei beliefert viele Imker mit seinen Qualitäts-Rahmen für Bienenhäuser. (Foto: Lebenshilfe Matrei)

In der Lebenshilfewerkstätte werden pro Jahr 2.000 Bienenrahmen gefertigt

In der Tischlerei der Lebenshilfe wird gehobelt, gebohrt und gehämmert. Sechs Personen fertigen dort nämlich Bienenrahmen an. Das sind Holzrahmen mit gespannten Drähten, die den Bienen als Gerüst für ihre Waben dienen.
Tischlermeister Karl Holzer prüft die Arbeit und hilft Martha Preßlaber, die Rahmen für den Versand zu verpacken. „Imker von Imst bis Kärnten bestellen bei uns“, erklärt Holzer stolz. Die hier sorgsam gezimmerten und bespannten Rahmen sind so gut verarbeitet, dass Imker sie den geklammerten Billigprodukten vorziehen. Vor allem fertigen die Osttiroler auch Sondergrößen, die von der Industrie nicht angeboten werden und produzieren so rund 2000 Rahmen im Jahr.

Arbeit für alle

„Bei dieser Arbeit können die Menschen viel selber machen“, erklärt Holzer. Der Tischler hat die Anschläge an der Bohrmaschine so justiert, dass Johann Berger exakt an den richtigen Stellen die nötigen Löcher bohrt. Franz Kinzl benutzt dann eine Schablone, um die Teile präzise zu einem Rahmen zu nageln. Eine Klientin arbeitet wegen einer halbseitigen Lähmung nur mit einer Hand. Flink spannt sie ein Netz aus dünnen Drähten in den Rahmen: Das Baugerüst auf das die Bienen später ihrer Waben bauen.

Die Beschäftigten sind mit dabei, wenn ein Maibaum zersägt wird, wenn die Rahmen in den Bienenstock gehängt werden oder wenn der Honig in Gläser gefüllt und verkauft wird. Franz Kinzl und seine Kollegen in der Lebenshilfe merken: Sie sind Teil einer wichtigen Produktionskette und schätzen diese fordernde Aufgabe.

Klaus Steiner, Obmann der Osttiroler Imker, hatte die Zusammenarbeit angeregt und bestellte 2008 erstmals Rahmen. Seither arbeiten bis zu acht Personen an den Aufträgen mit. „Die Leut streiten sich fast, wer was machen darf“, meint Holzer scherzhaft. „Schließlich ist die Arbeit abwechslungsreich.“ Die Beschäftigung mit Holz und das Wissen, einen wichtigen Auftrag gut zu erledigen, motiviert jeden sein Bestes zu geben.

Den Maibaum, aus dem das Holz für die Bienenrahmen geschnitten wird, spendiert seit drei Jahren die Landjugend Hopfgarten. Richard Schneider, Leiter der Lebenshilfe Werkstätte, ist selbst erfahrener Imker mit 100 Völkern. „Damit haben wir das Knowhow der Imkerei und der Holzverarbeitung im Haus“, erklärt der Praktiker den Grund für das erfolgreiche Projekt.
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