08.07.2016, 10:47 Uhr

Schulwerkstatt schließt ihre Pforten

Mit dem heurigen Schuljahr ging auch die Ära der Schulwerkstatt zu Ende.

Das Zentrum für aktives und selbstbestimmtes Lernen gehört nach 14 Jahren der Vergangenheit an.

Norbert Feldner hat im Jahr 2002 zusammen mit Lydia Lienharter-Feldner die Schulwerkstatt, ein Zentrum für aktives und selbstbestimmtes Lernen, gegründet. Ziel dabei war es, Kindern im schulpflichtigen Alter eine Umgebung zu bieten, in der sie ihr Potential entfalten können. 2012 erhielt die Einrichtung im Rahmen einer Initiative der bekannten Gehirnforscher Dr. Gerald Hüther und Daniel Hunziker den Status "Modellschule der Zukunft".

Mehrmaliger Standortwechsel

"Die Schulwerkstatt ist eine Alternative zur Schule, keine Alternativschule. Es geht primär um die Entwicklung der Kinder und sie dabei zu begleiten", erklärt Feldner.
In der staatlich genehmigten Einrichtung konnten die Kinder auch die Schulpflicht absolvieren. Nach mehrmaligem Standortwechsel war die Schulwerkstatt zuletzt in einem ehemaligen Cafe in Ainet beheimatet. Mit diesem Schuljahr werden die Pforten jetzt aber für immer geschlossen.

Ein Auf und Ab

"Das Projekt Schulwerkstatt war 14 Jahre lang ein Auf und Ab. Wir haben unseren Platz in der Region nicht gefunden und deshalb geht diese Ära jetzt zu Ende", erklärt Feldner zusammen mit seinen Kolleginnen Anni Gomig und Irmgard Ortner.
Unter anderem ausschlaggebend waren die sinkenden Schülerzahlen. Zu Spitzenzeiten wurden 35 Kinder und Jugendliche in der Einrichtung begleitet, zuletzt waren es 14. Für diese Burschen und Mädchen geht es nun in die Regelschule, ein Teil wird Zuhause unterrichtet.


kurze Beschreibung des Bildes
Norbert Feldner hat die Schulwerkstatt 14 Jahre lang geleitet.


"Viele Eltern sind verzweifelt zu uns gekommen, weil ihre Kinder in der Regelschule große Probleme hatten. Was wir ihnen angeboten haben, freies Lernen und Spielen ohne Stundenplan, Benotung und Druck, entsprach aber auch nicht ihren Vorstellungen. Wir haben eine andere Haltungen gelebt und sind konsequent unseren Weg gegangen. Das hat dazu geführt, dass einige uns enttäuscht den Rücken gekehrt haben," berichtet der Schulwerkstattleiter.

Neben sinkenden Schülerzahlen waren auch die Finanzen ein wesentlicher Grund für die Schließung der Einrichtung. Eltern mussten pro Kind monatlich 220 Euro bezahlen.
Vom Staat kamen 720 Euro, vom Land 123 Euro - pro Kind und Jahr. "Das bringt zum Ausdruck, dass auch die Politik in Wahrheit nicht die Notwendigkeit einer Initiative wie der Schulwerkstatt sieht", stellt Feldner klar. Nur durch großen persönlichen Einsatz, Ehrenamt und Sponsoring sei es gelungen, die Schulwerkstatt 14 Jahre lang zu erhalten. Nun ist für das einzigartige Projekt im Raum Osttirol und Oberkärnten Schluss und die "Schule der Zukunft" ist Vergangenheit.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.