18.03.2016, 11:40 Uhr

Sport als Brücke zur Integration

FC-Dölsach Obmann Hermann Jungmann, der junge Ali Jan aus Afghanistan und Einrichtungsleiter Egon Wibmer (v.l.)

Nach 100 Tagen ziehen Verantwortliche der Wohngemeinschaft für junge Flüchtlinge in Dölsach eine erste Bilanz.

DÖLSACH. Nach mehrmonatiger Vorarbeit startete SOS-Kinderdorf im Dezember 2015 in der Gemeinde Dölsach eine Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Möglich gemacht hat dies Andrea Miglar-Tschapeller, die nicht nur ihr Elternhaus für das Projekt zur Verfügung gestellt hat, sondern auch die notwendigen Adaptierungsarbeiten auf eigene Kosten durchgeführt hat.

Sicherer Ort

Vor ziemlich genau 100 Tagen haben 13 Burschen aus Afghanistan und Somalia in der Dölsacher Wohngemeinschaft einen sicheren Ort gefunden, wo rund um die Uhr jemand für sie da ist, wo sie begleitet werden und eine geordnete Tagesstruktur mit sinnvollen Freizeitangeboten bekommen.
Die Jugendlichen sind zwischen 14 und 16 Jahre alt. Sechs von ihnen besuchen die Neue Mittelschule Nußdorf-Debant, die anderen sieben haben das Pflichtschulalter bereits überschritten und nehmen am Deutschkurs im Haus teil.

Alltag funktioniert

"100 Tage sind eine kurze Zeit, in der hier schon ziemlich viel entstanden ist. Wir haben große Unterstützung von der Gemeinde erfahren und pflegen eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen und Vereinen. Mittlerweile funktionieren der Alltag und die Betreuung gut und die Jugendlichen sind sehr bemüht Deutsch zu lernen", resümiert SOS-Kinderdorf-Leiter Guido Fuss.

Arbeit ist nicht immer einfach

Auch Egon Wibmer, der pädagogische Leiter der Wohngemeinschaft, zieht nach den ersten 100 Tagen eine positive Bilanz: "Ich bin überrascht, wie gut alles schon läuft. Trotzdem darf man nicht glauben, dass die Arbeit immer einfach ist. Die Jugendlichen haben viel hinter sich und das lastet spürbar auf ihren Seelen."

Gemeinsam kicken

Eine wichtige Rolle für die Integration der jungen Flüchtlinge spielt der örtliche Fußballverein, der FC Dölsach, unter Obmann Hermann Jungmann. "Angefangen hat alles damit, dass die Flüchtlinge immer wieder auf einer Wiese gekickt haben. Unsere U14 Spieler haben dann den Kontakt gesucht und sich angeschlossen", erzählt Jungmann. "Nach Beratungen im Vorstand haben wir die Jungs eingeladen, bei uns im Verein mitzumachen", so der Obmann.
Neun Burschen aus der Wohngemeinschaft trainieren nun seit einiger Zeit regelmäßig in der U14 Mannschaft bzw. bei den Erwachsenen mit und sollen nach erfolgtem Anmeldeverfahren beim Verband auch am Spielbetrieb teilnehmen. "Die Anmeldung ist sehr bürokratisch und zeitaufwändig", erklärt Jungmann. Er hofft, dass die Spielerpässe rechtzeitig zum Saisonbeginn da sind. "Die Jungs sind sehr motiviert und auch talentiert. Nur mit der Pünktlichkeit haben sie es noch nicht so ganz, aber das kriegen wir auch noch hin", schmunzelt Jungmann.
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