14.03.2016, 14:31 Uhr

"Punkten mit Beratung und Qualität"

Friedrich Wieser ist Bezirksinnungsmeister der Tischler und führt selbst einen Betrieb mit 30 Mitarbeitern.

Friedrich Wieser, Bezirksinnungsmeister der Tischler über Lehrlingserfolge und Entwicklung der Branche.

Osttirol besitzt auf dem Tischlersektor so etwas wie eine Kernkompetenz. Kaum ein Lehrjahr, aus dem nicht ein Landessieger aus dem Lehrlingswettbewerb hervorgeht. Worauf führen Sie diese Erfolge zurück?
FRIEDRICH WIESER: Dabei spielen viele Faktoren zusammen. Wir haben im Bezirk ausgezeichnete Ausbildungsbetriebe. Die Ausbilder zeigen großes Engagement, ihr Fachwissen weiterzugeben und das ist für die Zukunft des Handwerks sehr wichtig. Auch die Lehrlinge selbst sind sehr motiviert und natürlich spielt die Unterstützung der Eltern eine Rolle.

Gibt es im Bezirk Nachwuchsprobleme bei den Tischlern?
Die Anzahl der Lehrlinge ist im Gegensatz zu früher sicher weniger geworden, von Nachwuchsproblemen kann man aber nicht sprechen. Wir haben bei 80 Osttiroler Tischlereien ca. 20 Betriebe, die konstant Lehrlinge ausbilden. Zwischen 15 und 20 absolvieren jährlich die Abschlussprüfung und ungefähr genau so viele beginnen jedes Jahr eine Tischlerlehre.

Wie hat sich die Branche in den letzten Jahren verändert und wie gelingt es heutzutage, sich als Fachbetrieb zu behaupten?
Die Betriebe haben sich in verschiedene Richtungen entwickelt. Während die einen die volle Produkt- und Leistungspalette anbieten, spezialisieren sich andere z.B. auf öffentliche Aufträge, einige produzieren auch als Zulieferer oder nehmen den Handel mit Industrieware dazu.
Es ist natürlich immer eine Frage der Größe des Betriebes, der Ausstattung und der Mitarbeiteranzahl. Ich glaube aber, dass wir in Osttirol eine gute Mischung haben.

Sind Möbelhäuser eine große Konkurrenz für heimische Tischlereien?
Ich denke, die Größenordnung in unserer Region ist verkraftbar. Natürlich gibt es einen Wettbewerb, aber ich sehe das sehr neutral. Zum Beispiel Leute, die eine kurzfristige Einrichtung für zwei oder drei Jahre brauchen, werden sich wahrscheinlich für die günstigere Variante aus dem Möbelhaus entscheiden. Der Tischler ist meistens Zweit- oder Dritteinrichter und punktet dort mit guter Beratung, Individualität und Flexibilität. Der Kunde ist dann auch bereit, einen höheren Preis zu bezahlen. Dieser wiederum wiegt sich mit höherer Qualität auf.
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