04.07.2016, 08:23 Uhr

Ottakringer Straße: Vom Vorzeigeprojekt zum Pfusch

Helmut Spindler: "Die Straße ist jetzt viel schöner als früher. Nur schade, dass die Bänke so schnell kaputt waren".

Kaputte Bänke lassen die frisch sanierte Ottakringer Straße alt ausschauen

OTTAKRING/HERNALS. Die Zahlen sind beeindruckend: 6,2 Millionen Euro wurden vor drei Jahren in die Sanierung der Ottakringer Straße gesteckt. Das Vorzeigeprojekt – ein Schulterschluss von Ottakring und Hernals – kos-tete jeden der beiden Bezirke 500.000 Euro. Ein Facelift mit Schönheitsfehler, wie sich jetzt herausgestellt hat. Denn die 79 modernen Holzbänke, die extra für das Projekt entworfen wurden, sind morsch und verwittert, die Sitzflächen ergraut, aus den Seitenteilen brechen Holzstücke heraus.

Die Ottakringer sind davon naturgemäß wenig begeistert. Anrainer Helmut Spindler findet die Straße jetzt zwar "viel schöner als früher", ist aber enttäuscht, dass die Bänke so schnell kaputt gegangen sind: "Hoffentlich werden sie bald ausgetauscht."

Ottakringer Ilhan Ugurlu vermutet angesichts der Risse und abgeschlagenen Kanten Vandalismus: "Ich setze mich sicher nicht mehr auf die Bänke."

Enttäuschung macht sich auch in der Bezirksvorstehung im 17. Bezirk breit: "Wir haben endlich ein so großes Projekt erledigt – und nun das: Alle Bänke sind bis ins Fundament kaputt. So etwas habe ich in meiner langen Amtszeit noch nicht erlebt", sagt die Hernalser Bezirkschefin Ilse Pfeffer (SPÖ).

Auch der Ottakringer SPÖ-Bezirksvorsteher Franz Prokop bedauert, "dass sich die optisch ansprechenden Bänke aufgrund der Witterung nicht bewähren konnten".

Keine Kosten für Bezirke

Jetzt will man die Bänke so rasch wie möglich für die Bewohner wieder optimal nutzbar machen, darin sind sich Pfeffer und Prokop einig.

Und so viel steht bereits fest: Bei den Schäden handelt es sich um einen Produktfehler. Vandalismus ist damit ausgeschlossen. Das habe die zuständige MA 28 (Straßenverwaltung) in ihrer fachlichen Stellungnahme bestätigt, so Ilse Pfeffer.
Zurzeit laufen die Verhandlungen mit dem verantwortlichen Unternehmer auf Hochtouren. Er haftet und entscheidet darüber, ob die Bänke ausgetauscht oder schlussendlich doch nur repariert werden.

"In zwei bis drei Wochen erwarten wir seine Vorschläge. Wir werden aber keiner Maßnahme zustimmen, die den Bezirken auch nur einen einzigen Cent kostet", verspricht der Hernalser SPÖ-Bezirksvize Peter Jagsch.
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Helmut A. Kurz aus Hernals | 12.07.2016 | 16:12   Melden
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