25.07.2016, 09:37 Uhr

Hütteldorfer Bad: Abzocke am Parkplatz

„Preise, die sich ein jeder Durchschnittsbürger leisten kann“, fordert Bezirksrätin Sigrid Blind von der FPÖ.

Wer sich für einen Tag auf den Parkplatz beim Hütteldorfer Bad stellt, muss 35,20 Euro bezahlen.

PENZING. Wer die Stellplätze des Hütteldorfer Bades nutzen will, muss viel bezahlen. Denn dort sind die Preise für das Parken teilweise um das Siebenfache angestiegen.

Auf dem Parkplatz wurde das Tagesmaximum von 4,80 Euro auf 35,20 Euro angehoben. Sigrid Blind von der FPÖ Penzing fordert, dass ein "städtisches Bad auch in Zukunft für die Durchschnittsbevölkerung leistbar bleiben" müsse. Die Erhöhung der Tarife trifft nicht nur die regulären Stellplätze, sondern auch die Parkgarage des Bades. In der Garage zahlt man 1,80 Euro in der Stunde und maximal 18 Euro am Tag. Bei der Freiheitlichen Partei stößt die Tariferhöhung auf wenig Verständnis: "Entweder will die Stadtregierung die Bürger abzocken oder ihnen das Autofahren oberlehrerhaft abgewöhnen."

Blind hat zwar grundsätzlich nichts gegen die Preispolitik der Betreiberfirma BOE einzuwenden, wünscht sich aber faire Preise. Deswegen schlägt die Bezirksrätin eine Art "Nachsteckkarten-System" vor. Dabei würden die Gäste des Hütteldorfer Bades weniger bezahlen. Jene, die den Parkplatz einfach nur zum Abstellen ihrer Autos nutzen und so den Besuchern die Plätze wegnehmen, würden dann den erhöhten Preis bezahlen.

Entscheidung des Magistrats

Martin Kotinsky von den Wiener Bädern (MA 44) hält die Preiserhöhung für angemessen. Als Gründe führt er die Überlastung der Parkanlagen insbesondere durch zweckfremde Nutzer an. Laut Kotinsky sei die Firma BOE zwar mit der Verwaltung der Parkanlagen beauftragt, die Tarifgestaltung liege aber weiterhin in den Händen der MA 44.

Und wenn im Sommer weit mehr als 1.000 Badegäste das Hallenbad Hütteldorf aufsuchen, müsse Parken eben "ein Luxus für einen kleinen Kreis" bleiben, so Kotinsky. Eine Art "Nachsteckkarten-System" könne er sich zwar vorstellen, zunächst wolle man es aber mit den aktuellen Tarifen versuchen: "Wenn die Beschwerden zu zahlreich werden, wird man über Änderungen nachdenken."
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