26.04.2016, 11:30 Uhr

BARGELD-ABSCHAFFUNG SOZIALKRITISCH BETRACHTET

Wien: 1.2.3.4.5.6.7.8.9.10.11.12.13.14.15.16.17.18.19.20.21.22.23. Bezirk | BARZAHLUNG - WIE LANGE IST DAS NOCH MÖGLICH?

Nachrichten über die Abschaffung des Bargeldes, haben besonders jene aufgeschreckt, die seit vielen Jahren alles nur mehr bar erledigen können. Diejenigen welche monatlich ihre Telefon-, Handy- und Internetrechnung, oder auch das Kabel-Fernsehen, direkt im UPC-Shop einzahlen, sind zu Recht aufgebracht. So manche Menschen haben tatsächlich Handyrechnungen von nur 8,90 Euro, sollten dann in einer Zweiklassengesellschaft der KONTOLOSEN; gezwungen sein, 5 Euro Erlagschein-Gebühr pro Einzahlung an Banken abzuführen?
Der Schreck ist groß, weil der Provider UPC nächsten Monat sein Bargeldservice komplett einstellen will. Ein Wiener hat dort zwei Rechnungen, soll dann für zwei getrennte Einzahlungen zusätzliche 30% Zahlschein-Spesen berappen? Diesbezügliche Fragen an Provider bleiben ausweichend-, schleppend, oft unbeantwortet. Da bleibt dann nur mehr ein Providerwechsel, oder insgesamt die Kündigung aufgrund des mangelnden Entgegenkommens.

IST BARGELD WIEDER GEFRAGT?

Wien-Energie bietet ein sehr positives Beispiel, hat einen Bargeldautomaten wo man seine Strom- und Gasrechnung bar einführen und damit regelmäßig bezahlen kann. Die zweite Klasse der Bankkontolosen, welche sich trotz Mobilpass für Arbeitslose-, Sozialhilfeempfänger oder andere Benachteiligte, oftmals kaum eine Monatskarte der öffentlichen Wiener-Linien um 17.- Euro leisten können, fahren für 5.- Euro Erlagschein-Ersparnis gerne mal quer durch die Bundeshauptstadt. Ärmere können sich im Gegenzug dafür, öfter als man glauben mag, den einzigen öffentlichen Kaffee mit Kuchen pro Monat außer Haus leisten. Aber auch nur mehr solange man das noch mit Bargeld bezahlen kann.

WER PROVITIERT VON DER BARGELDABSCHAFFUNG TATSÄCHLICH?

Isolde Tappeiner
freie Autorin/Bürgerjournalistin
Wien
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