18.05.2016, 00:00 Uhr

Klärwärter sind die stillen Wächter des Abwassers

Alfred Wurm ist Klärwärter des Reinhaltungsverbandes GBZ Mauthausen Ost und Betriebsleiter der Anlage.

Klärwärter: Über seinen Berufsalltag und das Unverständnis, wenn Handys & Co. im Abfluss landen.

MAUTHAUSEN (eg). Vor mehr als 40 Jahren wurde der Reinhaltungsverband GBZ Mauthausen-Ost von den fünf Gemeinden Mauthausen, Schwertberg, Ried, Langenstein und Naarn gegründet. Ein Kanalnetz von mehr als 50 Kilometern und eine Kläranlage sowie 13 Pumpwerke wurden im Laufe der vergangenen Jahre errichtet. Die Kläranlage ist in Mauthausen, im Ortsteil Albern direkt neben der Donau, beheimatet und wird von sieben Mitarbeitern, davon fünf Klärwärtern, betrieben. Alfred Wurm ist einer der fünf Klärwärter und außerdem Betriebsleiter der Anlage.

Allrounder sind gefragt
„Die Voraussetzung für den Beruf eines Klärwärters ist eine abgeschlossene Lehre. Am günstigsten in den Berufszweigen Schlosser, Installateur oder Elektriker. Erst dann kann man mit den Schulungen beginnen und schlussendlich zur Prüfung zum Klärwärter antreten“, erklärt der Betriebsleiter, der ein gelernter Installateur ist. „Wir sind hier ein sehr gut eingespieltes Team, jeder von uns kann alles und ist überall einsetzbar. Ein Klärwärter muss vor allem ein 'Allrounder' sein“, sagt Alfred Wurm lachend. „Wir machen nicht nur Service und Öl-Wechsel bei der Anlage und den Pumpen, sondern wir sind auch für die elektrischen Anlagen, das Labor und die Computeranlage zuständig. Aber auch das ist noch nicht alles, die Betreuung des über 50 Kilometer langen Kanalnetzes und der dreizehn Pumpwerke sowie die Überwachung der eigenen Bio-Gasanlage mit einer Mikro-Turbine zur eigenen Stromerzeugung gehören ebenfalls zu unserem Zuständigkeitsbereich“, so Wurm, der in stets verlässlicher und professioneller Weise für den Betrieb der Kläranlage verantwortlich ist.

Was alles im Abfluss landet
Die größte Herausforderung bisher war das Hochwasser im Jahr 2002. Da kam die Anlage kurzfristig sogar zum Stillstand. „Aber auch heute gibt es immer wieder Herausforderungen und Momente, in denen wir uns fragen, was sich Menschen dabei denken, wenn sie zum Beispiel Handys oder Taschenlampen in den Abfluss werfen“, sagt der Betriebsleiter und sein Team stimmt ihm zu. Ein großes Problem sind auch immer wieder die in den Abfluss entsorgten Fette und Öle und vor allem die heute so modernen Feuchttücher. „Wir entsorgen pro Woche drei bis vier Container voll gewaschenem und gepresstem Müll, den wir aus dem Abwasser herausfischen", sagt Wurm. Er macht auch immer wieder gerne Führungen, besonders für Schüler, um auf mehr Sorgsamkeit und eine umweltfreundlichere Einstellung hinzuweisen.
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