05.10.2016, 00:00 Uhr

Mobbing: Was tun bei Schikanen bei der Arbeit

Gerade für Jugendliche sind Ereignisse wie Mobbing prägend für die persönliche und berufliche Entwicklung. (Foto: Klaus-Peter Adler/Fotolia)
NAARN. Mobbing in der Ausbildung kann jeden treffen, ob in der Berufsschule oder am Arbeitsplatz. Für den Betroffenen ist es eine schlimme Belastung, die emotional und sozial verunsichert. Von Mobbing am Arbeitsplatz spricht man laut der Naarner Psychologin Barbara Lugmayr-Lettner, "wenn ein einzelner Mitarbeiter/Lehrling über längere Zeit hindurch schikaniert wird". Mit dem Ziel, ihn systematisch auszugrenzen, zu entmutigen, zu kränken und sein soziales Ansehen zu zerstören. Dies gehe von Beschimpfen, Ausgrenzen, Ignorieren bis hin zu massiven Drohungen und Schikanen. "Betroffene Lehrlinge erzählen von psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen wie Weinkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Schlaflosigkeit. Sie wissen nicht, wie sie sich gegen die Täter – vor allem Kollegen und andere Auszubildende, aber auch Vorgesetzte – wehren können. Viele fühlen sich hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, die Ausbildung ganz abzubrechen, und der Angst, danach keine Ausbildungsstelle mehr zu bekommen", so die Expertin.

Nicht verschweigen

Wichtig: Mobbing darf nicht verschwiegen werden. Der Betroffene muss aus der Opferrolle geholt werden. So sollten Betroffene sich Hilfe holen, Scham- und Schuldgefühle überwinden und über das Erlebte mit einer Vertrauensperson sprechen. Zusammen könne überlegt werden, ob es sich um ein unlösbares Problem oder ein Missverständnis handle. Ein typisches Mobbingopfer gibt es nicht. "Den Nährboden liefern falsche Konfliktlösungsstrukturen in Betrieben", so Lugmayr-Lettner. Gerade für Jugendliche ist Mobbing prägend. So können Jugendliche, deren erste Erfahrungen in der Arbeit negativ sind, große Schwierigkeiten haben, zurückzukehren und sich zurechtzufinden.

Hilfe bei Mobbing

Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet bei Mobbing zu helfen, die Vorwürfe zu prüfen und Gespräch mit allen Beteiligten zu führen. Manche Betriebe haben einen Betriebspsychologen, dazu bieten Online-Foren, psychologische Beratungsstellen und die Arbeiterkammer Hilfe. Psychologen bei „Rat auf Draht“ hören unter 147 anonym und kostenfrei zu.
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