17.08.2016, 14:32 Uhr

Tote Hose - was tun, wenn sich nichts mehr tut?

Bei Erektionsstörungen ist eine Rücksprache mit dem Arzt oder Experten äußerst ratsam (Foto: Panthermedia/Vchalup2)

Potenzprobleme - für Viele ein Tabuthema. Ein Experte klärt, wie man(n) damit umgehen soll.

PERG. Urologe Markus Mayr klärt auf: „Bei Potenzproblemen spricht man meist von einer erektilen Dysfunktion (kurz ED), welche mindestens sechs Monate andauert. Diese hat jedoch nichts mit der Zeugungsfähigkeit zu tun.“ Die Häufigkeit einer solchen ED hängt meist vom Lebensalter ab. Laut Studien sind ca. 50 Prozent aller 60-Jähringen und 2/3 aller 70-Jährigen betroffen. Erektionsstörungen sind oft Vorboten einer Erkrankung, dazu zählen vor allem Blutgefäßerkrankungen und Durchblutungsstörungen, welche einen Herzinfarkt zur Folge haben können. Weitere Gründe können Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht, Rauchen, Hormonstörungen, Neurologische Probleme oder Medikamente sein. Neben organischen Ursachen, liegen aber auch oft psychische Probleme zugrunde. Betroffene leiden z.B. unter der Angst sexuell zu versagen, stehen unter hohem Druck, leiden unter einem Beziehungskonflikt oder einer Trennung. Oft können auch Müdigkeit, Depression und Stress der Grund sein. Da diese Probleme und Erkrankungen schwerwiegende Folgen mit sich ziehen können, ist es ratsam bei dauernder Erektionsstörung den Arzt aufzusuchen. „Spätestens wenn die Verminderung der Erektionsfähigkeit als Belastung empfunden wird, sollte der Urologe aufgesucht werden. Viele Betroffenen gehen jedoch aus Scham nicht zum Arzt.“, so Mayr. Welche Therapie ist ratsam, wenn man von ED betroffen ist? Laut Experten ist der Griff zu Viagra und Co. erst dann angebracht, wenn die Erektionsstörung nicht mehr heilbar ist. Dabei ist zu beachten, dass die Tabletten keinen Einfluss auf andere einzunehmende Medikamente haben. Eine Alternative stellt die Vakuumpumpe dar, welche zur Durchblutungsförderung beiträgt. Sollten diese herkömmlichen Mittel jedoch nicht wirken, kann eine ärztliche Therapie oder ein operativer Eingriff Abhilfe verschaffen.

Viagra aus dem Hinterhof
Wichtig ist die Vorbeugung. Risikofaktoren vermeiden und Erkrankungen therapieren, gehören neben der Partnerschaftspflege zu den wichtigsten Methoden. Urologe Mayr warnt zusätzlich vor Fehlinformationen aus dem Internet: „Tausende Seiten über Erektionsprobleme, viel Geschäftemacherei, der Betroffene weiß nicht mehr, was er machen/kaufen soll, Viagra und Co. werden oft in Hinterhöfen hergestellt und über das Internet vertrieben.“ Im Allgemeinen ist wichtig: Bei Problemen eine offene Kommunikation mit dem Arzt des Vertrauens führen!
0
Weitere Beiträge zu den Themen
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.