31.05.2016, 13:49 Uhr

Ein neues Haus aus der Hallstattzeit für das Keltendorf Mitterkirchen

Bereits in der Eisenzeit wurden Bauhölzer mit Lappen-Dechseln vierkantig zugerichtet, wie es hier drei Experimental-Archäologen des VIAS zeigen. (Foto: Wolfgang Lobisser – VIAS)
Mitterkirchen: Keltendorf |

Am 7. Juni 2016 beginnt der lang ersehnte Bau des neuen Hallenhauses im Keltendorf Mitterkirchen. Das 1991 eröffnete archäologische Freilichtmuseum wird damit sein 21. Gebäude erhalten. Der experimental-archäologische Bau entsteht unter der Leitung von Wolfgang Lobisser von der Universität Wien. Auch Nicht-Archäologen dürfen nach Anmeldung mitarbeiten.

Im Keltendorf Mitterkirchen geht es bald wieder einmal experimental-archäologisch so richtig zur Sache, denn der Bau eines neuen, großen Gebäudes wird nun in Angriff genommen. Experimental-Archäologinnen und -Archäologen aus dem Team von Wolfgang Lobisser vom Vienna Institute for Archaeological Science (VIAS) der Universität Wien werden am 7. Juni mit den Arbeiten beginnen. Lobisser gilt als einer der führenden Experten für prähistorische Holzbauten und ist auch international ein gefragter Ratgeber.

Die Vorbereitungen vor Ort zur Errichtung des neuen Gebäudes, das auf ein hallstattzeitliches Vorbild aus der Siedlung der Heuneburg in Baden-Württemberg (D) zurückgeht, begannen schon im Jahr 2015 mit einer genauen Vermessung des künftigen Bauareals. Die Bauzeit, die für das 8,30 x 21m große Gebäude veranschlagt wurde, dürfte sich auf etwas mehr als zwei Jahre belaufen. Die Eröffnung soll 2018 stattfinden. Im Zuge der praktischen Errichtungsarbeiten werden im Sinne der Experimentellen Archäologie auch nachgebaute Werkzeuge der Eisenzeit eingesetzt, um die Leistungsfähigkeit, aber auch die Grenzen der keltischen Holzbautraditionen zu erforschen. Citizen Scientists und andere Interessierte haben ab Juli die Möglichkeit, nach vorheriger Anmeldung mitzuarbeiten. Wer möchte, kann sich per E-Mail unter freilichtmuseum@mitterkirchen.at, Betreff „Mitwirken am Hallenhausbau“, registrieren lassen.

Das Keltendorf Mitterkirchen bekommt mit dem neuen Hallenhaus nicht nur eine weitere Attraktion, sondern auch einen neuen Veranstaltungsraum, der künftig für private Feiern ebenso genutzt werden soll, wie für wissenschaftliche Tagungen. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, dieses Vorhaben rechtzeitig zum 25. Jubiläum des Keltendorfes Mitterkirchen umzusetzen“, erklärt Jutta Leskovar vom Oberösterreichischen Landesmuseum, die das Freilichtmuseum seit Jahren wissenschaftlich betreut.
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