04.05.2016, 17:21 Uhr

Grein: Warum befinden sich am Donaukai 35 Sitzplätze in kurioser Form?

Auf der Donaulände in Grein.

Projekt der Lebenshilfe Grein anlässlich 35 Jahre Werkstätte mit den Künstlern Willi Katteneder und Anna Maria Brandstätter

GREIN. 35 Sitzgelegenheiten befinden sich seit kurzem auf der Donaulände in Grein – siehe Bilder. Zum Sitzen sind diese allerdings nicht geeignet. Und das hat einen guten Grund. Die Kunstwerke sollen auf die Situation von Menschen mit Beeinträchtigung aufmerksam machen. "Wir alle merken relativ gut und schnell, ob ein Sessel eine Hilfe darstellt oder nicht. Wenn bei einem Sessel etwas nicht stimmt, weil er etwa zu wenige Beine hat, eine zu hohe oder zu schräge Sitzfläche, falsch montierte Teile fragen wir uns: 'Was soll das?' Hat der Erbauer schlampig oder fahrlässig gehandelt, hat er den Sinn des Objekts nicht verstanden, oder wurde einfach am falschen Platz gespart?", heißt es auf der Schautafel zum Projekt.

Auf Unzulänglichkeiten hinweisen

Dadurch entstehen Ärger und Verwunderung, aber auch Frustration beim Betrachter und die Ernsthaftigkeit muss bezweifelt werden. So geht es auch vielen Menschen mit Beeinträchtigung, wenn sie auf keine oder nur halbherzige Hilfestellungen durch die Gesellschaft treffen. Noch immer kann für einen Rollstuhlfahrer eine Tür mehr Hindernis als Zugang sein, eine zu steile Rampe die Endstation und ein zu enges WC ein unerfüllbares Versprechen auf Erleichterung darstellen. Auf diese und andere Unzulänglichkeiten wird durch das Projekt mit kreativen Mitteln aufmerksam gemacht.

Künstlerisch begleitet

Es handelt sich um eine lustvolle Auseinandersetzung mit dem Thema Sitzgelegenheiten. Den Anstoß zu diesem Projekt gab Walter Edtbauer anlässlich des 35jährigen Bestehens der Lebenshilfe Werkstätte in Grein. Das Projekt startete im September 2015 und wurde von Willi Katteneder und Anna Maria Brandstätter künstlerisch begleitet. Zunächst entstanden 20 Exemplare von diversen Sesseln, die in der Werkstatt der Außengruppe der Lebenshilfe gebaut wurden. Danach wurde das Augenmerk auf "Behinderung" gerichtet. Es entstanden 15 skurrile Objekte. Ein Sessel etwa, dessen Lehne so stark nach vorne gekrümmt ist, dass man sich erst nicht darauf setzen kann.

Eine genaue Beschreibung des Projektes finden Sie auf dem 2. Bild

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