10.08.2016, 20:30 Uhr

Mitterkirchner Auswanderer löscht Feuer in Abu Dhabi

Peter Starzer lebt seit 2014 als Feuerwehrmann in Abu Dhabi. (Foto: Privat)

Auftakt zur Serie "Landsleute im Ausland": Der 31-jährige Peter Starzer ging 2014 in die Vereinigten Arabischen Emirate.

MITTERKIRCHEN (up). Auch wenn Oberösterreich viel zu bieten hat, gibt es viele Landsleute, die ihr Glück im Ausland versuchen. Laut dem Bundesministerium für Inneres lag die Zahl der wahlberechtigten Auslands-Oberösterreicher bei der Bundespräsidentenwahl 2016 bei 6590. Mitglied beim Netzwerk der Auslands-Oberösterreicher namens "Upper Austrians Abroad" des Landes Oberösterreich und der Business Upper Austria GmbH sind 773 davon. Diese sind auf insgesamt 98 Länder verteilt. "Die Mitglieder sollen sehen, dass es in dem Land, in dem sie leben oder in das sie auswandern, auch andere Oberösterreicher gibt, mit denen sie sich zusammenschließen können", sagt Magdalena Bigonski, Leiterin des seit 2007 bestehenden Netzwerks.

Job bei der Emirates Fire and Rescue Company

Im Optimalfall steht dem Auswanderer von Beginn an ein anderer Oberösterreicher in dem gewählten Zielland mit Rat und Tag zur Seite. Von den 773 Mitgliedern kommen 16 aus dem Bezirk Perg. Einer von ihnen ist der 31-jährige Peter Starzer. Der Mitterkirchner wagte im April 2014 den großen Schritt und wanderte alleine nach Abu Dhabi aus, wo der gelernte Elektroanlagentechniker seither als Feuerwehrmann tätig ist. "Ich wollte mich beruflich verändern und wusste nicht genau was und wie. Als ich dann die Stellenausschreibung zufällig in einem Feuerwehr Magazin gelesen habe und mich darüber genau informiert habe, wusste ich das ist genau das was ich machen will", erinnert sich Starzer. Nach einer schriftlichen Bewerbung gab es noch ein ausführliches Bewerbungsgespräch via Skype. Rund fünf Monate vor der Abreise belegte er Kurse für Englisch sowie an der oö Feuerwehrschule. "Auch körperlich habe ich mich vorbereitet, ich habe viel Sport betrieben da ich wusste, dass der Job einem auch körperlich viel abverlangt. Vor allem im arabischen Sommer und bei all den Wolkenkratzer." Mit April 2014 wurde er als Assistent Supervisor – also Gruppenkommandant – bei der Emirates Fire and Rescue Company eingestellt.

Vieles dauert einfach länger

"Die Eingewöhnung war für mich zum Glück relativ einfach. Da zu dem Zeitpunkt sieben Kollegen in meiner Feuerwache Deutsche waren und wir alle im selben Haus wohnten, bekam ich von ihnen sehr viel Unterstützung. In der Arbeit sprechen wir Englisch mit unseren arabischen Kollegen und mittlerweile auch ein paar Wörter Arabisch", erklärt Starzer, der seit seinem 12. Lebensjahr Mitglied der FF Mitterkirchen ist. Zum Leben daheim sei der Unterschied gar nicht so groß: "Außer in den vier Wochen Ramadan im Jahr, wo man etwas eingeschränkt ist, kann man hier leben wie in Österreich. In der Arbeitswelt gibt es meiner Meinung nach schon große Unterschiede. Vieles dauert hier einfach viel länger oder wird einfach nicht so erledigt, wie man sich das vorstellt. Aber ich habe mich hier gut eingearbeitet und wir haben ein sehr gutes Arbeitsklima auch mit den arabischen Kollegen." Überhaupt seien die Einheimischen sehr offen und hilfsbereit.

Kochversuche mit Mamas Rezepten

Zwei Mal im Jahr besucht der Feuerwehrmann Mitterkirchen, überdies pflegt er intensiven Kontakt via Whats App und Skype. "Ich vermisse natürlich viel aus der Heimat. An erster Stelle meine Familie und Freunde, aber auch das Wetter, ab und zu mal einen Regentag. Und manchmal das Essen, aber wenn ich Heißhunger auf österreichische Küche habe, dann frage ich bei meiner Mama nach dem Rezept und versuche mich selbst in der Küche." Eine Rückkehr nach Österreich ist in einigen Jahren geplant.
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