10.06.2016, 09:07 Uhr

Rotkreuz-Geschichten.at: Was beim Erzählstammtisch berichtet wird

(Foto: ÖRK, Bezirksstelle Perg)

Reden und zuhören sind offenbar lebenswichtige Grundvollzüge des „Homo narrans“, des erzählenden Menschen.

BEZIRK PERG. „Aus Liebe zum Menschen“ – dieses Motto wird tagtäglich im Roten Kreuz gelebt. Derzeit läuft unter diesem Titel in Oberösterreich eine groß angelegte Kampagne, die informieren und begeistern will. Ein Projekt davon sind die Rotkreuz-Geschichten.

Also trafen sich beim Wirt in Auhof einige Kolleginnen und Kollegen zum „Erzählstammtisch“. Sinn und Zweck der Zusammenkunft war: sich über Erlebtes auszutauschen. Wann immer wir andere Menschen treffen, erzählen wir uns Geschichten. Das ist auch wenig verwunderlich, denn unsere „lebensgeschichtliche Erinnerung ist in Geschichten aufbewahrt. Etwas Geschehenes wird nur dann wirklich gut und erinnerungswürdig, wenn es zur Geschichte wird.“ (Hans J. Wulff)

Wer wir sind und was wir lieben

Somit ist das Erzählen eine elementare Art, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Natürlich auch innerhalb des Roten Kreuzes: Wer wir sind, was wir tun und wollen, was wir lieben und achten, was uns berührt und fordert, alles das ist im prallen Fundus der Rotkreuz-Geschichten enthalten. Projektbetreuer Wolfgang Rodlauer zeichnet(e) diese Stories auf und ist von ihnen tief berührt: „Geschichten liefern uns Impulse, Ideen, Erfahrungen. Die Welt ist randvoll mit Zahlen, Fakten, Daten, Erklärungen, Anweisungen. Aber erst Geschichten lösen Gefühle in uns aus.“
Erzählungen haben mitunter das Potential, tödliche Erstarrungen aufzusprengen.

Tabletten und viel Alkohol

Das erzählt uns zum Beispiel Heidi aus Perg: „War es 1993 oder war es 1994. Ich weiß es nicht mehr. Es war zu Anfang meiner Laufbahn beim Roten Kreuz. Wir werden zu einem Selbstmordversuch gerufen. Tabletten und viel Alkohol sind im Spiel. Auch die Notärztin ist schon am Ort des Geschehens. Eine besonders hübsche Notärztin. Die Ärztin schafft es, mit dem lebensmüden Mann in Kontakt zu kommen. Der klagt sein Leid und jammert, dass er verlassen worden wäre von seiner Freundin. Auf einmal wird er immer ruhiger und ruhiger und bedächtiger. Bis er schlussendlich sagt: ‚Frau Doktor, ich liebe sie!‘“
Reden und zuhören, sind offenbar lebenswichtige Grundvollzüge des „Homo narrans“ des erzählenden Menschen.


Alle Fotos: ÖRK, Bezirksstelle Perg
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