13.07.2016, 14:53 Uhr

Welche Perger Gemeinden bis 2040 schrumpfen und welche wachsen

So verändert sich die oö. Bevölkerung: Zur Prognose wurden Annahmen hinsichtlich regionaler Entwicklung, Fruchtbarkeit, Lebenserwartung und Wanderungsverhalten getroffen. (Foto: Graphik: Land OÖ, Abt. Statistik)

Welche Gemeinden im Bezirk laut Prognose boomen: St. Georgen/Gusen mit Plus von 31,1 Prozent.

BEZIRK PERG (mikö). Der Bezirk wächst. Laut Prognosen von Statistik Austria ist ein Plus von 3629 Einwohnern (+5,5 Prozent) auf 69.898 bis 2050 zu erwarten. Für Gemeinden gibt es eine Prognose bis 2040. Dabei zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Grob gesagt: Der Nordosten verliert, der Linz-nahe Westen sowie die Bezirkshauptstadt Perg und ihr Umland gewinnen.

Zweitgrößtes Plus in ganz OÖ für St. Georgen an der Gusen

Zum großen Gewinner dürfte St. Georgen an der Gusen avancieren: Ein Plus von mehr als 30 Prozent oder mehr als 1000 Einwohnern wird vorausgesagt. Das ist hinter Perwang am Grabensee, Braunau (+34,8 %), der zweitgrößte Anstieg in ganz Oberösterreich. Der Gemeinderat hat laut Bürgermeister Erich Wahl (SP) 5000 Einwohner als Grenze im Entwicklungskonzept festgelegt. Das Bevölkerungsplus habe mit der guten Anbindung nach Linz zu tun. Und damit, dass im Zentrum viele freie Flächen für Wohnbau mobilisiert wurden. „Wir wollen eher im Zentrum verdichten, um in der Peripherie die Grün- und Erholungsräume zu erhalten und damit der Verkehr nicht wesentlich ansteigt“, so Wahl. Zu den boomenden Gemeinden zählt seit Jahren auch Baumgartenberg. Für Bürgermeister Erwin Kastner (VP) sind mehrere Faktoren verantwortlich: Arbeitsplätze in der Nähe, sehr gute Kinderbetreuung, die gute öffentliche Verkehrsanbindung, das zweitgrößte Schulzentrum im Bezirk sowie der nicht zu große Abstand zu Linz. Ein zukünftiges Plus an Einwohnern ergibt sich durch das neue Seniorenheim, das am 1. August eröffnet wird.

„Ernstes Thema“ in Dimbach

Mit Abwanderung haben St. Georgen am Walde und Dimbach schon jetzt zu kämpfen. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Dimbach verliert laut Prognose fast 16 Prozent der Einwohner. „Es ist ein ernstes Thema, aber ich nehme nicht an, dass das zutreffen wird“, sagt Bürgermeister Josef Wiesinger (VP). Durch die Entfernung zu Perg und Linz sei es schwierig. Dimbach will durch gute Baugründe, Erhalt des Nahversorgers, aktive Kindereinrichtungen wie Schule und Kindergarten sowie reges Vereinsleben punkten.
St. Georgen am Walde könnte fast zehn Prozent der Einwohner verlieren. „Den Trend, dass wir Einwohner verlieren, gibt es seit einigen Jahren. Weil Arbeits- und Ausbildungsplätze woanders sind und die Mobilität gestiegen ist“, sagt Bürgermeister Franz Hochstöger (LFH). Dazu komme, dass ältere Menschen in Seniorenheime in andere Gemeinden abwandern würden. "Wir versuchen, dagegenzusteuern. Bei Wohnraumschaffung und Bauplätzen wird sich einiges tun. Das ist aber keine Garantie, die Bevölkerung zu erhalten", so Hochstöger, der die Abwanderungsgründe nun genauer analysieren will.

Mega-Trend: Bevölkerung wird immer älter

Ein Mega-Trend ist das Älterwerden: Die Zahl der Senioren ab 65 Jahren wird im Bezirk bis 2050 um 91,1 Prozent zunehmen. Die Migrationsbewegungen sind noch nicht oder nur marginal einkalkuliert. „Die demographische Alterung wird durch die Zuwanderung etwas gebremst“, sagt Michael Schöfecker von der Abteilung Statistik des Landes.

Prognose 2040 und Veränderung gegenüber 2013


St. Georgen an der Gusen:
4904 Einwohner (+1165 Einwohner, +31,1 Prozent gegenüber dem Jahr 2013)

Baumgartenberg: 1969 (+295, +17,62 %)

Perg: 9166 (+1157, +14,44 %)

Klam: 1006 (+106, +11,75 %)

Rechberg: 1048
(+109, +11,59 %)

Arbing: 1507
(+134, +9,79 %)

Luftenberg: 4361
(+381, +9,59 %)

Windhaag: 1555
(+120, +8,38 %)

Allerheiligen: 1293
(+100, +8,35 %)

Münzbach: 1810
(+113, +6,66 %)

St. Nikola: 884
(+54, +6,46 %)

St. Thomas: 974
(+57, +6,23 %)

Katsdorf: 3067
(+173, +5,99 %)

Ried: 4354
(+241, +5,87 %)

Naarn: 3778
(+186, +5,19 %)

Langenstein: 2562
(+109, +4,43 %)

Bad Kreuzen: 2433
(+90, +3,82 %)

Schwertberg: 5263
(+76, +1,46 %)

Mauthausen: 4970
(+57, +1,16 %)

Mitterkirchen: 1671
(-19, -1,14 %)

Saxen: 1730
(-28, -1,59 %)

Grein: 2913
(-47, -1,59 %)

Waldhausen: 2766
(-94, -3,30 %)

Pabneukirchen: 1623
(-106, -6,10 %)

St. Georgen am Walde: 1884 (-193, -9,29 %)

Dimbach: 852
(-162, -15,96 %)

Zahlen sind Orientierungsgrößen. Je kleiner eine Gemeinde, desto unsicherer die Prognose. Gemeindeprognose wurde von Statistik Austria im Auftrag vom Land OÖ durchgeführt.
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