29.05.2016, 22:09 Uhr

Der Schutz kleinbäuerlicher Strukturen

Filme haben die Welt nicht verändert. Aber von den Problemen zu wissen, ist heute möglich!
Heute werden 70 % der hergestellten Nahrungsmittel in kleinbäuerlichen Strukturen erarbeitet: von Fischern, Kleinbauern, Züchtern, Nomaden, landlosen indigenen Völkern und Landarbeitern. Nur 30 % werden von industriellen Strukturen erzeugt, mit extrem hohen Kosten für Umwelt und Natur. Es geht rein um Profit und die Politik, also auch die UNO (?) stellt sich bewusst auf diese Seite.

Der Hunger weltweit ist heute vor allem ein Phänomen des ländlichen Raumes. Über Eigentumsrechte wird den Einheimischen das Land entzogen. Sie gehen neben „ihrer“ heimatlichen Scholle oft brutal zu Grunde.

Die UNO und deren Mitgliedstaaten verhandeln über eine Deklaration zum Schutz der kleinbäuerlichen Strukturen. Diese politischen Institutionen müssen aber erst beweisen, dass die Umsetzung wirkungsvoller Maßnahmen möglich ist. Den Bauern wird immer öfter der Zugang zu Land und Saatgut systematisch entzogen. Sogar in Österreich werden überschuldete Betriebe schnell ihr Eigentum und ihren Besitz verlieren.

FIAN und La Via Campesina setzen sich auch in Österreich für die Rechte von Kleinbäuer_innen ein.

http://fian.at/de/

http://www.viacampesina.at/cm3/index.php

Es wird sich zeigen, ob die Staatengemeinschaft ein wirkungsvolles Instrument zum Schutz von Menschen- und Grundrechten, oder ob sie eher Teil des Problems ist. Alle wesentlichen Rechtsgrundlagen in Bezug auf Eigentum- und Grundrechte werden ja heute in vielfältiger Art und Weise gebrochen. Man kann das Spannungsfeld Recht und Einhaltung des Rechtes als eine der großen Illusionen festmachen. Wir sehen im Recht einen Fortschritt, um gleichzeitig immer schlimmere Verbrechen zu erleben. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft steht unter Druck wie nie zuvor. Auch die Zentren des Wohlstandes sind mittlerweile betroffen.

Wenn die poltischen Strukturen kein ausreichendes Werkzeug sind, um die Rechte der vielen kleinen kulturellen Einheiten zu schützen, muss von jedem „Haus“ ein eigener Beitrag kommen. Der erste Schritt ist, die Probleme zu erkennen und zu beschreiben. Dann werden Lösungen sichtbar.

Nicht der Import und der intensive Welthandel stehen dann im Vordergrund, sondern die autarke Versorgung durch eigene Ressourcen. Stopp den Importen von Grundnahrungsmitteln! Die Bauern brauchen weltweit ihre Eigenständigkeit! Hunger trotz ertragreichem Land kann man dann definitiv ausschließen.

Eigentumsrecht, Geldsystem und staatlich-polizeiliche Praxis sind unter die Lupe zu nehmen. Ein Bauer, der sein Land verliert und kein Recht auf eigenes Saatgut hat, hört auf, Bauer zu sein. Eine Kultur geht dann unter, ohne zu wissen, wie eine neue aussieht. Alles, was zu sehen ist, ist nicht nachhaltig und rein auf Profit ausgerichtet.

Kulturelle Formen brauchen Politik nicht zu fragen, sie können eigenständig die Landwirtschaft verändern. Vielleicht halten wir zu sehr an der Politik fest? Kann Landwirtschaft überhaupt ein Verhandlungsthema auf politischer Ebene sein?
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