20.07.2016, 20:00 Uhr

Olympische Spiele: Drei Perger im Anflug auf Rio de Janeiro

Gerhard Rumetshofer, Hans Friedinger, David Brandl und Michael Strugl. (Foto: Land OÖ/Plohe)

Ein Sportler, der Tischtennis-Präsident sowie der Landessportdirektor vertreten den Bezirk in Rio.

BEZIRK PERG (mikö). Von 5. bis 21. August finden die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro statt. Auch der Bezirk Perg ist dabei: In erster Linie in Form vom Perger Kraul-Spezialisten David Brandl, der zu seinen dritten Spielen aufbricht. Am 6. August wird Brandl über 400 Meter Freistil antreten. Für den 29-Jährigen ist Olympia das Sport-Highlight, auf das er tagein tagaus hintrainiert.

„Irrsinnige Vorfreude“

„Die Vorfreude wächst von Tag zu Tag. Ich habe ein bis zwei Sachen umgestellt und die Trainingsresultate sind gut“, sagt Brandl, der sich im Juli auf Teneriffa den Feinschliff holte. Dieser Tage ist er noch bei den Staatsmeisterschaften in Innsbruck am Start. Am 26. Juli trifft Brandl im Olympischen Dorf ein. Seine Ziele? „Ich will so schnell wie möglich schwimmen und das Beste herausholen.“
Zu seinen fünften Spielen in Folge als Funktionär reist Hans Friedinger aus Katsdorf. Der 75-Jährige ist Präsident des Tischtennisverbands. Acht rot-weiß-rote Tischtennis-Spieler reisen nach Rio. Friedinger gilt als mentale Stütze und Motivator. Der Präsident träumt von der ersten Olympischen Tischtennis-Medaille für Österreich. „Im Herren-Teambewerb haben wir Chancen. Wir brauchen etwas Auslosungslück und die Spieler müssen 120 Prozent abliefern können“, so Friedinger, der auch Fahnenträgerin Liu Jia Chancen einräumt. Zu seinen dritten Spielen reist Gerhard Rumetshofer. Der Bad Kreuzner ist als Landessportdirektor von 12. bis 19. August mit einer OÖ-Delegation unter Landesrat Michael Strugl vor Ort.

Perger Olympia-Bilanz

Vier Sportler aus dem Bezirk haben es bislang zu Olympia geschafft. Gerhard Redl aus Bad Kreuzen sogar fünf Mal: 1994 verpasste er als Vierter eine Medaille knapp. 1992 war er Reservermann, als Österreichs Viererbob zu Gold fuhr. Der Perger Ruderer Bernhard Wakolbinger und seine Kollegen gingen im Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann 2000 als Favorit ins Rennen. Nach einem Höhentrainingslager vor den Spielen regenerierten sich die Sportler aber nicht rechtzeitig – Rang neun. Fehlen wird nach 2004, 2008 und 2012 Vielseitigkeitsreiter Harald Ambros aus Allerheiligen: „Meine Pferde sind relativ jung, daher ist sich die Quali nicht ausgegangen“, sagt der 36-Jährige, der 2020 in Tokio dabei sein will.
Einen starken Bezug zum Bezirk weist Ding Yi auf: Der Austro-Chinese spielte von 2002 bis 2013 Tischtennis für Mauthausen. Er trat bei vier Spielen an (1988, 1992, 1996, 2000).

Pergs Olympia-Sportler im Überblick

David Brandl (29)

Herkunft: Perg, Mitglied des 1. Perger Schwimmvereins
Zwei Teilnahmen bei Olympischen Spielen: 20. über 400 m Freistil und 9. mit der 4 x 200 m Freistil-Staffel 2008 in Peking, 27. über 200 m Freistil und 16. mit der 4 x 200 m Freistil-Staffel 2012 in London
Größte Erfolge: EM-Bronze 4 x 200 Meter Freistil-Staffel 2008, 4 x Zweiter bei Weltcup-Bewerben, 3 x Dritter bei Weltcup-Bewerben, unzählige Staats- und Landesmeistertitel

Harald Ambros (36)

Herkunft: Allerheiligen
Sport: Vielseitigkeitsreiten
Drei Starts bei Olympischen Sommerspielen: 19. Platz 2004 in Athen, aufgegeben (Pferd verletzt) 2008 in Peking, ausgeschieden (Sturz) 2012 in London
Größte Erfolge: Dreifacher Staatsmeister, 10. bei der Europameisterschaft 2009, Europameister der Jungen Reiter 2001, 17. bei den Badminton Horse Trials 2007
Was aus ihm wurde: Ambros ist nach wie vor aktiv und will sich für Olympia 2020 qualifizieren. Er arbeitet beruflich als Zahnarzt in Linz. Seit einiger Zeit wohnt er in Feldkirchen/Donau.

Bernd Wakolbinger (40)

Herkunft: Perg, die „Bernd-Wakolbinger-Straße“ in der Stadt ist nach ihm benannt
Sport: Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann/Rudern
Zwei Starts bei Olympischen Sommerspielen: 9. bei den Olympischen Spielen 2000 in Sidney, 10. bei den Spielen 2004 in Athen
Größte Erfolge: Weltmeister 2001, Gesamtweltcupsieger 2000, 13 Medaillen bei Weltcups, rund 40 Staatsmeistertitel in verschiedenen Bewerben
Was aus ihm wurde: Wakolbinger arbeitet bei Donauwell in Naarn als Betriebsleiter. Er lebt in Linz und nimmt jährlich an einem internationalen Ruderbewerb teil.

Gerhard Redl (54)

Wohnort: Bad Kreuzen
Sport: Viererbob/Bobfahren
Fünf Teilnahmen bei Olympischen Winterspielen: 11. bei den Spielen in Sarajevo 1984, 7. bei den Spielen in Calgary 1988, Reservemann 1992 in Albertville, 4. in Lillehammer 1994, Reservermann und Trainer 1998 in Nagano
Größte Erfolge: Europameister (1989), Vize-Weltmeister (1986, 1993, 1995), WM-Bronze (1990), EM-Silber (1990, 1995), EM-Bronze (1986, 1993), dreifacher Gesamtweltcupsieger
Was aus ihm wurde: Redl betreibt seit 2000 ein Massage- und Fitnesstudio in Perg. Er tritt nach wie vor bei Seniorenbob-Rennen an.
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