23.05.2016, 20:00 Uhr

Frust bei Milchbauern

Landwirte leiden unter dem niedrigen Milchpreis. Für viele gehe es "ums nackte Überleben".

WINDHAAG. Die ruhige und wunderschöne Landschaft rund um den Bauernhof von Ingrid und Andreas Huber in Holzmann, Windhaag, täuscht, denn die Welt der Milchbauern ist alles andere als ruhig und in Ordnung. Die Landwirte befinden sich ob der niedrigen Milchpreise in Aufruhr, sie sind frustriert und sehr enttäuscht. Der Weltmilchtag am ersten Juni ist für sie kein Grund zum Feiern. "Wir haben wie viele andere auf Grund der strengen EU-Auflagen viel in neue Stallungen und die moderne Melkanlagen investiert und können die Kredite mit dem ständig sinkenden Milchpreis nicht mehr abzahlen", schildert Familie Huber. „Beim EU-Beitritt wurden Ausgleichszahlungen geschaffen, die den Einkommensverlust der Betriebe ausgleichen sollten. Diese Zahlungen wurden immer weniger und die Auflagen immer mehr. Bei vielen geht es um das nackte Überleben“ so einer der betroffenen Bauern.

28 Cent pro Liter
„Wir wollen besonders am Weltmilchtag auf unsere schwierige Situation aufmerksam machen“, sagt Bezirksbäuerin Barbara Payreder und wird von Landesbäuerin Annemarie Brunner, Bezirksbauernkammer-Obfrau Rosemarie Ferstl sowie vielen Bäuerinnen und Bauern unterstützt. „1994 haben wir noch 52 Cent pro Liter bekommen und heute sind es grad einmal 28 Cent“, zeigt ein Milchbauer eine Milchabrechnung aus dieser Zeit her. In den vergangenen Jahren hat sich in Windhaag die Zahl der Milchlieferanten von 60 auf 25 verringert. „Hält die Entwicklung weiter an, wird eine flächendeckende Bewirtschaftung und Pflege unseres schönen Landes nicht mehr möglich sein“, sind sich die Bauern einig.
0
1 Kommentarausblenden
59
Martin Kurzmann aus Perg | 23.05.2016 | 20:51   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.