27.04.2016, 19:00 Uhr

Gute Mitarbeiter für die Gastronomie sind schwer zu finden

PERG (eg). „Gastronomie und Hotellerie sind Wachstumsbranchen. Hatten wir im Krisenjahr 2008 noch 14.000 Beschäftigte in OÖ, waren es 2015 schon 20.000. Nach wie vor werden Mitarbeiter und Fachkräfte gesucht“, weiß Thomas Mayr-Stockinger, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer.
Erich Mitterlehner hat den Gastronomie-Betrieb „Südstadtwirt“ in Perg vor vier Jahren von seiner Mutter, die den Betrieb 37 Jahre lang geführt hat, übernommen. Er weiß um die Problematik von gutem Fachpersonal. Selbst hat er im Hotel Schillerpark in Linz gelernt und ist von Kindesbeinen an, nachdem er im Gasthaus seiner Eltern aufgewachsen ist, mit der Gastronomie-Szene bestens vertraut. „Wir sind zwar zur Zeit wirklich gut besetzt und mit unseren Mitarbeitern sehr zufrieden. Sie kommen alle aus der Umgebung von Perg. Aber auch bei uns hat das eine Weile gedauert, bis wir das richtige Personal gefunden haben. Da kommt einem schon so einiges unter, wo man nur den Kopf schütteln kann“, erklärt der junge Wirt, der zurzeit zwei Lehrlinge, drei Küchenmitarbeiter und eine Service-Mitarbeiterin beschäftigt.

Koch verschwunden

„Da hat sich zum Beispiel ein Koch vorgestellt, wir wollten ihn einstellen und haben den ersten Arbeitstag festgelegt. Aber wir haben ihn nie wieder gesehen“, erzählt Mitterlehner über seine Erfahrungen. Dabei gibt es für die Mitarbeiter beim Südstadtwirt keine Teildienste, wie in der Gastronomie sonst üblich, sondern nur Blockdienste. Aber das Arbeiten an Sonn- und Feiertagen ist für viele ein rotes Tuch und auch die nicht sonderlich gute Bezahlung in der Gastronomie schreckt ab. „Es gäbe schon gutes Fachpersonal, aber viele wechseln von der Gastronomie in andere Fachbetriebe, eben wegen der Bezahlung und der Wochenend-Dienste“, sagt Mitterlehner. „Wir nehmen im Sommer unseren dritten Lehrling auf und hoffen, dass wir auch mit ihm einen Glücksgriff gelandet haben“, sagt der junge Chef lachend und ist froh, dass er zurzeit keine Probleme mit seinen Mitarbeitern hat.
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