26.04.2016, 16:38 Uhr

In Ried in der Riedmark gilt noch der Schilling

Robert Klausberger: „Ich freue mich immer wieder, Münzen oder Papiergeld aus früheren Tagen in den Händen zu halten.“ (Foto: Privat)

Im Geschäft von Robert Klausberger in Ried kann man noch mit der alten Währung bezahlen.

RIED. Nostalgie kommt beim Besuch des Sammlerparadieses von Robert Klausberger auf. Porzellan, Gläser, Gmundner Keramik, alte Bilder, Briefmarken und vieles mehr lassen einen in längst vergangenen Zeiten schwelgen. Der Katsdorfer Pensionist erfüllte sich mit seinem Antiquitäten-Geschäft im Alter von 66 Jahren einen Lebenstraum. So wurde er zum ältesten Jungunternehmer im Bezirk Perg. Nostalgie kommt aber bei so manchem Besucher aus einem anderen Grund auf: Bei Klausberger ist es tatsächlich noch möglich, mit Schilling zu bezahlen. Ein Hinweisschild an der Eingangstür weist darauf hin.

"Kenne keine andere Möglichkeit in Oberösterreich"

„Es machen doch auch einige Kunden davon Gebrauch. Ich freue mich immer darüber, wieder Münzen oder Papiergeld aus früheren Tagen in den Händen zu halten“, sagt Klausberger. „Manches sammle ich selbst und manches bringe ich zur Nationalbank zum Wechseln.“ Damit handelt es sich um eine der letzten Schilling-Bastionen in Österreich. „Ich kenne keine andere Möglichkeit in Oberösterreich, wo man noch mit Schilling bezahlen kann“, sagt Klausberger. Bis Ende November will er sein Geschäft noch betreiben. „Mein Sammlerparadies hat mich wirklich sehr erfreut und auch jung gehalten. Vier Jahre führe ich nun das Geschäft mit allen Höhen und Tiefen.“ In diesem Jahr beendet er auch 33 Jahre Flohmarkttätigkeit. „Ende November werde ich 70 und da geht man in Pension. Das Kreuzweh durch das schwere Tragen überwiegt bald die Freude und als Obmann des Kulturvereines Reoda Ried wartet viel Arbeit“.

Mit Schillingen Gutes tun
Wer noch Schillinge unter der Matratze oder beim Stöbern im Keller findet, kann auch Gutes tun: Bei Malermeister Eddie Kroll in St. Georgen an der Gusen können Sie die Schillinge abgeben. Der gesamte Betrag kommt dann der Hilfsorganisation „Schilling für Shilling“ zu Gute. Der Verein unterstützt Menschen in Österreich und hilft armen Menschen in Afrika sowie Ecuador.
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