Wandelbare Pestwurz

(Foto: Herzer)

Frühlingsboten-Serie von der Schutzgebietsbetreuerin Kathrin Herzer

Diese unscheinbare Pflanze bedeckt jetzt oft ganze Böschungen in Schluchten, an Bächen oder anderen feuchten Standorten. In den Alpen kommt sie bis 2000 Meter Höhe vor. Ihre Gestalt wandelt sich im Laufe ihres Wachstums ganz erstaunlich. Zuerst erscheint ihr kugeliger Blütenstand auf einem filzig behaarten, mit schuppenförmigen Blättern versehenen Stängel. Die Blüten jeder einzelnen Pflanzen sind entweder weiblich mit Griffel und Fruchtknoten oder männlich mit Staubblättern. Die Männlichen sterben, nachdem sie geblüht haben, bald ab. Die Weiblichen wachsen in die Länge und bilden, ähnlich dem Huflattich, Flugsamen. Wenn der Blütenstand längst Geschichte ist, erinnern große grüne Laubblätter noch an die Pestwurz. Sie können inclusive Stiel einen Meter Höhe erreichen. Mit einer Breite von etwa 40 Zentimetern schlagen sie die gesamte heimische Flora. Ihren Namen verdanken die giftigen Pflanzen dem Einsatz der Gewöhnlichen Pestwurz eben gegen die Pest. Den vom „Schwarzen Tod“ Befallenen verabreichte man die zeriebenen Pflanzenstoffe als Pulver. Ärzte schützten sich oft mit „Pestmasken“, die Bestandteile der Heilpflanze enthielten, vor der hoch ansteckenden Krankheit. Auch bei Fieber wurde die harn- und schweißtreibende Wirkung der Pestwurz genutzt.
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