14.03.2016, 11:23 Uhr

Der Boden geht uns langsam aus

Wolfgang Alfons, Anton Gonaus, Petra Scholze-Simmel, Christian Steiner, Monika Gansch, Erich Czeiner und Franz Singer. (Foto: G. Hackner)

Die LEADER-Region erkennt den Ernst der Lage und initiiert Aktionen gegen unsere Bodenverschwendung.

PIELACHTAL (ah). Täglich werden 30 Fußballplätze in Österreich verbaut oder versiegelt. Auf der anderen Seite nimmt die Waldfläche pro Tag um 15 Hektar zu. Eine Person verbraucht beispielsweise in Wien rund 80 qm, im Vergleich dazu braucht ein Mensch im Bezirk St. Pölten rund 500 qm Grund und Boden. "Die Raumordnung ist ein wichtiger Schlüssel dazu, die Inanspruchnahme von Boden zu verringern. Ein weiterer Lösungsansatz ist, Ortskerne neu zu beleben, Altbauten zu sanieren und Baulücken zu schließen", gibt LEADER-Obmann Anton Gonaus Vorschläge. Beim Bodenschutz-Informations- und Diskussionsabend der LEADER-Region und des Landes Niederösterreich stand die Frage "Verbrauchen wir zu viel Boden?" im Fokus.

Demografie und Pilotprojekte
LEADER-Geschäftsführerin Petra Scholze Simmel gab Einblicke in die demografische Entwicklung im Pielachtal. Dass der Baum als wichtiger Rohstoff und Sauerstofflieferant Boden zum Leben benötigt, ist selbstverständlich. Scholze-Simmel hob in puncto Wald die Gemeinde Kirchberg als Beispiel hervor (siehe rechts). "Interessant ist der Waldanteil der Gemeinde: 1956 waren es 47 Prozent, im Jahr 1977 51 Prozent und 2014 54,7 Prozent Waldanteil auf dem Gemeindegebiet." Wolfgang Alfons von der Raumordnungs- Abteilung des Landes plädierte für sparsamen Bodenverbrauch und bot den Gemeinden die Unterstützung des Landes durch zahlreiche Beratungsmaßnahmen an. Sein Statement: „Wir müssen die Ortskerne beleben, Pilotprojekte starten, erst dann neues Bauland schaffen.“ Beim Abend waren sich die Experten letztlich einig: "Dichtere und höhere Bebauung, die Ortskerne attraktiver gestalten und beleben; ein nationales Flächenmanagement einführen, die Regionalität stärken, die Raumordnung anpassen." Dass sich die LEADER-Region Mostviertel-Mitte um den heimischen Boden- und Waldbestand sorgt und um Maßnahmen bemüht ist, zeigt sich u.a. an dem Abend und an Aktionen wie der Obstbaumpflanzaktion und den Baumschnittkursen, die sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuen.


Demografie (Beispiel Kirchberg)

Gemeinde Kirchberg: 1951 = 2.578 Einwohner / 2015 = 3.143 Einwohner. Früher wohnten 7 Personen in einem Haus; heute sind es nur mehr 3 Personen. Interessant ist der Waldanteil der Gemeinde: 1956 = 47 % / 1977 = 51 % / 2014 = 54,7 % Waldanteil.
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