29.06.2016, 09:54 Uhr

Otter: Fischer fordern Lösungen

Die Studie zeigt, dass der Fischbestand im Loichbach leidet. Es fehlen vor allem adulte Fische. (Foto: Archiv)

Loichbach: Der naturgeschützte Otter steht im Fokus einer neuen Studie des Fischereiverbandes.

LOICH (ah). Aktuell präsentiert der NÖ Landesfischereiverband eine wissenschaftliche Studie (durchgeführt von der BOKU Wien und dem Naturhistorischen Museum) über genetische Untersuchungen der Ottervorkommen in fünf ausgewählten Fließgewässern. Ein Gewässer befindet sich im Tal: der Loichbach.

Existenzrecht aller Lebewesen
Warum war es der Fischerei ein Anliegen, die Wissenschaftlichkeit in diesem Themenbereich bestätigt zu wissen? Karl Gravogl, niederösterreichischer Landesfischermeister: "Selbstverständlich verfolgt die Fischerei nicht das Ziel, den guten Erhaltungszustand von Populationen fischfressender Tierarten in Frage zu stellen. Es ist aber dringend notwendig, durch wissenschaftlich abgesicherte Maßnahmen ein auch an Gewässer angepasstes Fischottermanagement zu erarbeiten." Seit der Wiederausbreitung des Otters können seitens der Fischerei zunehmend Probleme in der nachhaltigen Bewirtschaftung von Gewässern festgestellt werden.
Aus diesem Grund schlossen sich Vertreter der Fischerei zusammen, um einen Lösungsweg zu finden. Die Untersuchung zeigt, dass im Loichbach die Fischbestände mehrheitlich durch Prädation des Fischotters gezeichnet sind. Seitens des Verbandes gibt man aber zu bedenken, dass Untersuchungen, die den konkreten und quantitativen Ausfraß des Otters behandeln, fehlen. "Basierend auf den wissenschaftlich belegten Ergebnissen der Studien über die Fischotterbestände und deren Einfluss auf die untersuchten Fließgewässer haben wir einen Antrag betreffend Ottermanagement bei der NÖ Naturschutzabteilung als zuständige Behörde eingebracht. Jener Antrag befindet sich derzeit noch in Begutachtung."

Geschützte Art:

Der Fischotter, lateinisch Lutra lutra, ist eine ganzjährig geschonte Art und unterliegt dem NÖ Jagdgesetz 1974. Einst war er in Österreich weit verbreitet. Die jahrhundertelange Verfolgung und Zerstörung der Lebensräume waren die Gründe, dass er Mitte des 20. Jahrhunderts nur mehr ein seltener Gast war. In den letzten drei Jahrzehnten erkämpfte er sich seinen Platz in NÖ zurück.
Des Naturschützers Freud, des Fischers Leid - vor allem Teichbesitzer stöhnen immer wieder. Es gibt aber wirksame Maßnahmen, um das Tier von Gebieten zu "verdrängen" (Detaillierte Infos)
Strenger Schutz: Verboten ist: jeder absichtliche Fang; jede Tötung und absichtliche Störung, jede Beschädigung oder Vernichtung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten; der Besitz, Transport, Handel oder Austausch, das Angebot zum Verkauf oder Austausch von aus der Natur entnommenen Exemplaren.
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Erika Bauer aus Bruck an der Mur | 29.06.2016 | 22:09   Melden
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