27.06.2016, 09:32 Uhr

10. Friedenswanderung über den Krimmler Tauern

Junge Flüchtlinge nahmen an der Friedenswanderung teil (Foto: Foto: Gemeinde)
KRIMML. Bereits zum 10. Mal wanderten ca. 200 Teilnehmer mit der Alpine Peace Crossing Friedenswanderung über den Krimmler Tauern. Der Krimmler Friedensdialog am Freitag stand unter dem Thema „Die tägliche Arbeit mit den Flüchtlingen“ und wurde mit Experten und dem Publikum über das Thema, Herausforderungen und Möglichkeiten angeregt diskutiert.

Im Sommer 1947 sind ca. 5.000 jüdische Flüchtlinge in Gruppen von 150 bis 200 Menschen den beschwerlichen Weg über den Krimmler Tauern mit dem Ziel Palästina geflüchtet. In Erinnerung an diese Flucht wurde von Ernst Löschner die Initiative „Alpine Peace Crossing“ ins Leben gerufen.

Aktuelles Thema Vertreibung

Gerade im letzten Jahr hat das Thema Flucht Europa und Österreich sehr stark gefordert. Aber immer geht es um Menschen, die auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft sind und etwas suchen: Heimat und Freiheit. Thema des Krimmler Friedensdialoges am Freitag war „Die tägliche Arbeit mit den Flüchtlingen“. Am Podium diskutierten Experten über dieses aktuelle Thema und wurde das Publikum in die Diskussion einbezogen. In der Pause wurden Spezialitäten von Flüchtlingen aus den Gemeinden Krimml, Wald und Neukirchen angeboten und klang der Abend zum Thema passend mit einer Flüchtlingsmusik aus.

Berichte von Flüchtlingen

Am Samstag in der Früh startete die Friedenswanderung über den Krimmler Tauern. Das Krimmler Tauernhaus und die damalige Wirtin Lisl Geisler-Scharfetter waren im Jahr 1947 ein Ort der Geborgenheit und der Fürsorge. Jedes Jahr dabei ist auch ein Mensch, der bei der damaligen Flucht die Organisation Inne hatte: Marko Feingold. Mit 103 Jahren und seiner Lebensgeschichte ein Vorbild für uns alle. Wieder dabei in diesem Jahr waren Flüchtlinge aus Wien und aus Salzburg. Ebenso eine Gruppe unbegleiteter Minderjähriger vom Clearing-House Salzburg. Auf der Windbachalm wurde die erste Rast eingelegt und dort erzählen diese Menschen in kurzen Auszügen ihre Geschichte. Und man merkt sehr schnell: Da ist in jeder Geschichte viel Dankbarkeit, in Österreich zumindest angekommen zu sein. Bei den meisten wird sich erst weisen, ob sie auch hier bleiben können.

Herausfordernde Wanderung

Nach einer ca. 8-stündigen Wanderung mit kräftigem Regen zum Abschluss wurde das Ziel erreicht: Das Naturparkhaus in Kasern/Prettau im Ahrntal. Dort wurde die Gruppe von den Bürgermeistern Robert Steger aus Prettau und Helmut Klammer aus dem Ahrntal mit einem Südtiroler Buffet willkommen geheißen. Mit dabei war in diesem Jahr auch Landesrat Heinrich Schellhorn. Ein großer Dank geht auch an die Ärzte, Bergretter, Nationalparkranger und alle, die mithelfen, damit diese Friedenswanderung in dieser Form überhaupt durchgeführt werden kann.


Text: Gemeinde Krimml
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