04.04.2016, 11:56 Uhr

Ein Dankesfest für ehrenamtliche Helfer

Bahri Trojer, Christian Dullnig, Michaela Schwarz, Georgia Pletzer, Daniel Nicka, Thomas Schmidinger, Christine Schläffer und Johannes Schindlegger freuten sich mit beteiligten Asylwerbern über die vielen Besucher. (Foto: Radke)
BRUCK. Am 12. März fand in der Landwirtschaftsschule Bruck ein großes Vernetzungs-Treffen für die ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingsarbeit statt. Mit dabei waren unter Moderation von Johannes Schindlegger (Akzente) die Plattform „Pinzgau hilft Konkret“ als Organisator, Caritas, Forum Familie, Quartiergeber und hauptberufliche sowie ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuer.

Gute Vernetzung

Ziel der Veranstaltung war es, möglichst viele ehrenamtlich in diesem Bereich tätigen Menschen zusammenzubringen und auch besser zu vernetzten, damit die Arbeit gut koordiniert in die bestmögliche Richtung gehen kann. Zu Beginn wurden die Rollen und rechtlichen Hintergründe der einzelnen Betreuer und Quartiergeber erklärt. In deren Zuständigkeit fallen z. B. Behördengänge und anfängliche Hilfeleistungen z. B. bei Arztbesuchen. Betont wurde, dass die Organisation der Deutschkurse bei den professionellen Organisationen liegt, die sich auch um die nötigen Unterrichtsmaterialien kümmern. Auch andere Hilfsmittel und Einrichtung der Häuser - vom Staubsauger bis zur Waschmaschine - sind Dinge, für die der Quartiergeber verantwortlich ist.

Anregung für Besuche

Alle Tätigkeiten die hingegen im Freizeitbereich und Integrationsbereich liegen z. B. gemeinsame Aktivitäten aller Art und soziale Kontakte sind für die Flüchtlinge extrem wertvoll und ausdrücklich von ehrenamtlichen Helfern erwünscht. Georgia Pletzer betonte für den Regionalverband die Bedeutung des „Deutsch miteinander redens“ und regte an, Hausbesuche bei den Asylwerbern zu machen, um dort die einzigartige Gastfreundschaft zu erleben. Auch das Mitnehmen zu Veranstaltungen war ihr ein Anliegen, um der Langeweile entgegenzuwirken, Berührungsängste der einheimischen Bevölkerung abzubauen und ein Kennenlernen zu ermöglichen. Sie appellierte aber auch, aufmerksam zu sein und problematisches Verhalten aufzuzeigen und gegebenenfalls auch Grenzen zu setzen.

Worauf sollten Freiwillige achten?

Die Vertreterinnen der Caritas Grundversorgung ergänzten, dass man sich auch für Beratung und Vermittlung von Quartieren, die Rückkehrberatung und Psychotherapie an die zuständigen Stellen wie Caritas wenden sollte. „Es ist sehr wichtig, sich mit den Quartiergebern und den Freiwilligen abzusprechen und wir bedanken uns sehr für die Zeit, die hier von Allen investiert wird, denn die ist eigentlich das Wichtigste“, erklärte Michaela Schwarz.

Angesprochen wurde in Folge die Problematik rund um das Thema Versicherung, wo Christine Schläffer (Forum Familie) erläuterte, dass Asylwerber zwar immer zur Behandlung zu Arzt und Krankenhaus gehen dürfen, aber keine Haftpflichtversicherung haben. Freiwillige, die aber mit zumindest zwei Asylwerbern etwas unternehmen, sind automatisch gruppenhaftpflicht- oder unfallversichert. Das bedeutet aber zugleich, dass die formelle Freiwilligentätigkeit gemeldet werden muss (in der Gemeinde)! Wenn man Flüchtlinge im Auto mitnimmt, sind dies über die KFZ-Haftpflichtversicherung mitversichert.

Dank den Helfern

„Die Ziele unserer Veranstaltung waren es, Dankeschön zu sagen, eine gute Vernetzung und eine Unterstützung unserer ehrenamtliche Helfer zu erreichen“, erklärt Initiator Johannes Schindlegger. „Die ursprüngliche Idee für die Plattform Pinzgau hilft konkret stammt von Jugendlichen, die aktiv werden wollten und ist inzwischen ein voller Erfolg, wie man auch an den vielen Besuchern sieht. Obwohl die Plattform gut läuft, ist es trotzdem schwierig, genau jene Menschen zu erreichen, die etwas brauchen“, so Schindlegger. „Aufgrund der vielen engagierten Helfer, gelingt uns das aber zunehmend immer besser! Die Besucher zeigten sich von den Informationen und dem anschließenden spannenden Vortrag von Nahost-Experten Thomas Schmidinger ebenso begeistert wie vom multikulturellen Buffet, das u. a. Fuscher Asylwerber zubereitet hatten.

Text & Foto: Susanne Radke
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