09.06.2016, 15:42 Uhr

Geld abgezockt: Zunächst vorgetäuschte Zuneigung und dann Drohungen

Symbolfoto (Foto: BB)

(Eine Presseaussendung der Polizei Salzburg)

PINZGAU. Eine 55-jährige Pinzgauerin erstattete am 8. Juni 2016 Anzeige gegen einen Unbekannten wegen Verdacht des Betruges und Erpressung.

Im Internet kennengelernt

Die Frau lernte im Oktober 2015 einen Mann im Internet kennen. Dieser gab sich als britischer Arzt aus und nach einigen gemeinsamen Chats bat er die 55-Jährige um Geld. Er befinde sich in Afrika und habe finanzielle Probleme. Zudem versprach er der Frau, dass Geld nach seiner Rückkehr nach Großbritannien sofort wieder zurückzugeben. Die Pinzgauerin überwies daraufhin über Western Union mehr als 2500 Euro.

Aus Angst noch mehr Geld überwiesen

Nach einigen weiteren gemeinsamen Chats fragte der Unbekannte wieder um Geld. Das Opfer gab ihm zu verstehen, dass es kein Geld mehr überweisen werde, solange er nicht seine Schulden beglichen habe. Daraufhin begann der Betrüger ihr zu drohen, dass er wisse wo sie wohne und dass er ihrer Familie etwas Schlimmes antun werde, sollte sie kein Geld überweisen. Die 55-Jährige bekam es mit der Angst zu tun und überwies abermals mehrere tausend Euro.

Schaden: Über 10.000 Euro

Ende März 2016 kündigte der Unbekannte an am Flughafen in Salzburg zu landen, um ihr das Geld zurückzugeben. Die Frau wartet zwei Stunden vergeblich auf einen Flieger aus Nigeria. Auf dem Nachhauseweg hatte die Frau das Gefühl, dass ihr ein Fahrzeug gefolgt war. Zuhause angekommen schloss sie sich in ihrer Wohnung ein und überwies in den nächsten Tagen und Wochen weiter Bargeld über Western Union an einen Mann in Nigeria. Erst auf Drängen einer Freundin erstattete die Frau nun Anzeige. Der Schaden beläuft sich derzeit auf über 10.000 Euro.

Tipps der Polizei

•Seien Sie bei Internetbekanntschaften immer vorsichtig und benutzen Sie nur seriöse Partnervermittlungsagenturen.

•Seien Sie immer skeptisch, wenn Sie jemand in Englisch anschreibt.
Stellen Sie Testfragen und prüfen Sie, ob die Antworten Ihres Internetpartners stimmen können.

•Lassen Sie auf keinen Fall Mitleid aufkommen, mag die Geschichte des Unbekannten noch so dramatisch sein.

•Sprechen Sie mit Freunden oder Bekannten über Ihre Internetbekanntschaft, vor allem, wenn Sie Zweifel haben.

•Überweisen Sie niemals Geld an einen Unbekannten.

Falls Sie ein ungutes Gefühl haben und annehmen, dass es sich um einen Betrüger handelt, erstatten Sie sofort die Anzeige. Die Beamtinnen und Beamten der Kriminalprävention beraten sie gerne 059 133 50 3333 oder unter lpd-s-lka-kriminalpraevention@polizei.gv.at
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.